Liquidsoap, eine vielseitige Radioautomation

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare
Kategorisiert in : Software Schlüsselwörter : Icecast, Linux, OpenSource, Shoutcast, Streaming, Windows

Mein Projekt der letzten Woche: Den Streaming-Server des Webradios, für welches ich arbeite, nach dem Ausscheiden unseres bisherigen Admins von Windows auf Linux umzustellen. Eine Herausforderung, die ich gern angenommen habe, bietet sie uns doch die Möglichkeit, den Server ohne sehende Hilfe komplett in Eigenregie zu administrieren. Als unerwartet schwierig erwies sich dabei die Aufgabe, einen halbwegs brauchbaren Transcoder zu finden, um unseren Haupt-Stream serverseitig in eine für mobile Nutzung geeigneten Stream herunterzukonvertieren. Unter Windows nutzten wir dafür bislang eine etwas unelegante Lösung, bei der zunächst ein auf dem Server installiertes Winamp den Stream abspielte und per Shoutcast-Plugin neu kodiert zum Server zurücksendete. Später nutzten wir dann den inzwischen nicht mehr offiziell verfügbaren Oddsock-Transcoder, der zum Schluss aber nur noch auf wackligen Füßen stand und alle paar Tage mal neu initialisiert werden musste.

Nach längerer Suche stieß ich dann auf das Projekt Savonet / Liquidsoap. hierbei handelt es sich grob gesagt um eine Automationssoftware für Webradios, die im Detail jedoch so einiges unter der Haube hat. "Liquidsoap" ist eigentlich auch keine Software im herkömmlichen Sinn, sondern eher eine eigene Skriptsprache. Das Stream-Transcoding, für welches ich "Liquidsoap" momentan einsetze, ist dabei noch vergleichsweise einfach zu bewerkstelligen. Die "Flüssigseife" kann aber noch viel mehr. Das einfache Abspielen von Playlists ist damit ebenso möglich wie ein durchformatierter Programmplan, bei welchem zu unterschiedlichen Tageszeiten ganz bestimmte Playlisten zum Einsatz kommen. Durch zahlreiche Plugins ist die Zahl der unterstützten Dateitypen und Soundquellen stark erweiterbar. Wer seinen Sender ganz ohne Moderator betreiben möchte, kann sogar die Ansage der Songs von einer Sprachausgabe übernehmen lassen. Aber natürlich lassen sich auch Live-Shows in die Planung einbauen. Gestreamt wird das fertige Programm dann entweder über die Soundkarte des Systems oder an einen Streaming-Server wie Shoutcast oder Icecast.

"Liquidsoap" kann von der Projektwebseite als Quellcode heruntergeladen werden, sollte sich auf Linux-Systemen aber auch bequem aus den Paketquellen installieren lassen. Für Windows gibt es eine vorkompilierte Version.

Chicken Nugget, ein zugänglicher Twitter-Client

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Kategorisiert in : Software Schlüsselwörter : A11Y, Twitter, Windows

Ein Name der hungrig macht: "Chicken Nugget" heißt der neue Twitter-Client des blinden Software-Entwicklers Christopher Toth, dessen erstes Twitter-Projekt unter dem Namen "Qwitter" sich schon großer Popularität bei blinden Twitternutzern erfreuen konnte. Nachdem die Weiterentwicklung von Qwitter jedoch eingestellt wurde, gab es nur noch einige Abspaltungen auf Basis des frei verfügbaren Quellcodes, die jedoch nichts mehr mit dem ursprünglichen Entwickler zu tun hatten.

Christopher Toth hingegen widmete sich anderen Softwareprojekten, welche er im Gegensatz zum Qwitter-Client nicht mehr als quelloffene Software anbot. Diese Software wurde hier bereits vorgestellt und wird unter dem Namen "Q Software Solutions/ Accessible Apps" kostenpflichtig angeboten. Auch ein neuer Twitter-Client befand sich bereits längere Zeit in Entwicklung und wurde Anfang Januar unter dem Namen "Chicken Nugget" offiziell freigegeben.

Der neue Client bringt einige Funktionen mit, die es bereits bei Qwitter gab. So ist es auch weiterhin möglich, die Grundfunktionen von Twitter ausschließlich per Tastatur und Sprachausgabe zu bedienen, ohne ein störendes Programmfenster. Wenige Tastenkombinationen reichen aus, um Twitter-Nachrichten zu lesen oder neue Tweets zu verfassen. Wer mehr aus Twitter herausholen möchte, kann in das Programmfenster von "Chicken Nugget" wechseln und bekommt sämtliche verfügbare Funktionen des Clients angezeigt. Möglich ist nahezu alles, was auch die Twitter-Webseite bietet: Tweets, Direktnachrichten und Erwähnungen lesen, Retweets, Favoriten und Listen verwalten, Infos über Freunde, Follower und andere Nutzer einsehen, Twitter-Trends verfolgen und Suchanfragen starten. Zudem bietet "Chicken Nugget" einige Extras, wie etwa die Verwaltung mehrerer Twitterkonten, das Betrachten kompletter Konversationen in einer Liste, das Absenden von Audio-Tweets oder das Setzen von Lesezeichen, um nach einem Neustart des Clients bei der zuletzt gelesenen Nachricht weiterzumachen.

Das Programm ist für 15 Dollar von der Webseite des Entwicklers erhältlich, die auch eine kostenlose Demoversion des mehrsprachigen Twitter-Clients als Installationsdatei oder portables Archiv für USB-Sticks anbietet: www.q-continuum.net. Bislang steht "Chicken Nugget" nur als Version für Windows zur Verfügung.

Universal Streamkick

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare
Kategorisiert in : Software Schlüsselwörter : AutoIt, Icecast, OpenSource, PHP, Shoutcast, Windows

Das Stöbern in alten Datenbeständen fördert manchmal Interessantes zu Tage. "Universal Streamkick" ist ein kleines Tool, welches ich vor etwa 4 Jahren für meine Arbeit bei einem Webradio geschrieben und danach im mittlerweile nicht mehr existierenden "Serviceportal Radio" angeboten hatte. Dieses Tool dient dazu, die Verbindung eines Source-Streams eines Shoutcast- oder Icecast-Servers zu unterbrechen. Ich brauchte eine solche Funktion damals, um einen sogenannten Auto-DJ vor dem Beginn einer Live-Sendung zu "kicken", also den Stream für mich als Moderator freizuräumen - heute gibt es natürlich viel bessere Methoden. Das Tool erleichtert diese Aufgabe, sodass man nicht erst umständlich auf eine Webseite gehen muss. Stattdessen genügt es, eine kleine Windows-Anwendung aufzurufen, die dann ohne weitere Rückfrage den Stream freimacht. Der Aufruf lässt sich sogar noch beschleunigen, indem die Anwendung mit einer Tastenkombination versehen wird. Perfekt auch für blinde Nutzer, die beim Webradio ohnehin für jeden Klick weniger dankbar sein dürften.

Zeit also, das Tool mal wieder zur Verfügung zu stellen. Der Download enthält neben der in AutoIt geschriebenen Windows-Anwendung noch ein PHP-Script, welches serverseitig den eigentlichen Kick des Source-Streams übernimmt und nur für den Betreiber oder Webmaster eines Webradios relevant ist. Weitere Informationen sowie eine Installationsanleitung findet sich in der Datei Readme.txt.
Download: Universal Streamkick (.zip, 283 KB)

Audiodateien mit SndUp veröffentlichen

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare
Kategorisiert in : Software, Code, Webdienste Schlüsselwörter : Bash, Linux, OpenSource, Shell, Twitter, Windows

Der Dienst SndUp erlaubt es, Audiodateien über ein sehr einfaches Web-Interface hochzuladen, um sie in sozialen Netzwerken oder überall dort zu verbreiten, wo das temporäre Hochladen von Audiodateien gar nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. Neben dem Web-Interface sind jedoch auch Desktop-Anwendungen für die verschiedensten Betriebssysteme geplant. Schon jetzt bietet SndUp auch eine API an, um Dateien aus eigenen Desktop- oder Web-Anwendungen heraus hochzuladen.

Für Windows-Anwender hat der Sprachausgaben-basierte Twitter-Client The Qube eine direkte SndUp-Anbindung integriert, was neben dem Hochladen von Audiodateien auch das direkte Abspielen im Client erlaubt, ohne die Dateien vorher herunterladen zu müssen. Neben SndUp unterstützt die Abspielfunktion auch alle weiteren direkten Audiolinks, sofern die Tweets mit dem Hashtag #Audio versehen sind.
Für Freunde der Linux-Kommandozeile erschien kürzlich das in Bash geschriebene Script SndUp Linux, welches ohne jegliche Optionen einen simplen Dialog anbietet, um eine Datei zu SndUp hochzuladen. Alternativ kann einfach ein Dateipfad an das Script übergeben werden, was sich damit auch zur Einbindung in automatisierte Prozesse eignen dürfte. Nach dem Hochladen wird, ähnlich wie bei The Qube, der Link zur Audiodatei angezeigt und kann bequem weiterverarbeitet werden.

Natürlich kann SndUp kaum mit den großen Audiodiensten wie zum Beispiel Audioboo oder Soundcloud mithalten, die dem Nutzer jeden noch so kleinen Komfort beim Veröffentlichen bieten. Doch gerade für Situationen, in denen man nicht ein umfangreiches Formular ausfüllen oder etliche Knöpfe bedienen möchte, ist SndUp eine durchaus gelungene Alternative.

VURecorder, eine einfache Audio-Capturing-Software

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare
Kategorisiert in : Software Schlüsselwörter : Audio, OpenSource, Windows

Programme zur Audio-Aufzeichnung gibt es jede Menge, doch darunter findet sich nur selten eines, das sich auf die einfachsten Aufgaben beschränkt. Während Audacity und co unverzichtbar sind, um bereits aufgezeichnete Dateien zu bearbeiten, möchte man in manchen Situationen eher ein weniger speicherhungriges Programm haben, um ein an der Soundkarte anliegendes Audiosignal aufzuzeichnen.
Bereits seit vielen Jahren leistet mir der von James Chapman entwickelte "VURecorder" für diesen Zweck sehr gute Dienste. Ich nutze ihn als eine unabhängige Aufzeichnungsmöglichkeit für meine Webradio-Sendungen, um nicht auf die etwas unzuverlässigere Mitschnittfunktion des Sendeprogramms angewiesen zu sein. Programm starten, gegebenenfalls die gewünschte Soundkarte und Samplingrate im Hauptfenster auswählen und mit Klick auf "Record" einen Dateinamen vergeben, mehr ist zum Starten einer Aufnahme nicht notwendig. Das Programm zeichnet in den Formaten Wave, FLAC, OGG und WMA auf, ein MP3-Encoder ist aus rechtlichen Gründen nur im unkompilierten Quellcode erhältlich. Während der Vergabe eines Dateinamens kann sogar eine zeitgesteuerte Aufnahme über die Checkboxen "Start" und "Finish" eingerichtet werden, womit sich der Recorder perfekt zum Mitschneiden von Radiosendungen über den line-Eingang der Soundkarte eignet. Es gibt auch eine Split-Funktion, die eine längere Aufnahme in maximal 2 GB große Einzeldateien aufteilt.
Für höchste Ansprüche ist der "VURecorder" allerdings nicht geeignet, da er nur eine Samplingrate von maximal 48000 Hz unterstützt, unabhängig von den Möglichkeiten der gewählten Soundkarte. Auf Systemen mit sehr vielen Eingängen gerät der Recorder ebenfalls an seine Grenzen, da er unter Umständen nicht alle verfügbaren Eingänge anzeigen kann. Hier hilft es aber, die nicht für die Aufnahme benötigten Eingänge/Geräte vorübergehend zu deaktivieren. Dieses Problem dürfte vor allem bei Systemen höher als Windows Vista auftreten, da hier die Audio-Eingänge nicht mehr nach Gerät getrennt sind, sondern jeder Ein- und Ausgang als eigenes Gerät im System auftaucht.

Noch ein Hinweis für Screen-Reader-Nutzer: Das Menü zur Einstellung der Split-Funktion ist mit Alt+Leertaste zu erreichen, lässt sich aber nur blind bedienen. Hal bzw. Super Nova ist der einzige mir bekannte Screen-Reader, der das Menü problemlos auslesen kann. Um den Split-Punkt auf 2 GB einzustellen, muss einfach nur nach Öffnen des Menüs die Curser-nach-oben-Taste einmal gedrückt und die Einstellung mit Enter bestätigt werden.

Direkter Download der Windows-Anwendung: http://www.vuplayer.com/files/vurecordersetup.exe

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