Robbinaer

Das Technikblog aus dem Robbenradio

Anmelde-Sound für die Linux-Shell

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Anmelde-Sounds gibt es für fast jeden Desktop, warum dann nicht auch für die Shell? Klingt einerseits nach Spielerei, kann aber andererseits auch hilfreich sein, wenn mir mal wieder die Sprachausgabe aussteigt, und ich eine Orientierungshilfe benötige, um schnell mal ein paar Kommandos zum Neustart der Dienste oder des ganzen Systems ins Terminal zu hacken. Eine einfache Möglichkeit, Sounds zu generieren, bietet das Tool SoX, welches in den Paketmanagern der meisten Linux-Distributionen verfügbar sein sollte. SoX ist ein sehr mächtiges Werkzeug zur Audiomanipulation und kann nicht nur bestehende Audiodaten bearbeiten, sondern hat selbst auch einen Tongenerator dabei. Ein Beispiel-Befehl zum Erzeugen einer einfachen Tonfolge könnte dann etwa so aussehen:

play -q -n synth sine F2 sine C3 remix - fade 0 4 .1 norm -4 bend 0.5,2477,2 fade 0 4.0 0.5

Dies erzeugt einen ansteigenden Sinus-Doppelton, der sich prima als Login-Sound eignet. Um diesen Ton jedes Mal abzuspielen, sobald man sich ins Terminal oder die Shell einloggt, genügt ein Eintrag in die Datei .bashrc des jeweiligen Benutzers. Hierbei kann der Befehl in einer eigenen Subshell ausgeführt werden, um eventuelle Ausgaben zu vermeiden:

echo '(play -q -n synth sine F2 sine C3 remix - fade 0 4 .1 norm -4 bend 0.5,2477,2 fade 0 4.0 0.5 &)' >> ~/.bashrc

Quelle: Climagic Obnoxious Shell Effects

BatchEncoder: Ein mächtiges Windows-GUI für nahezu alle Audio-Encoder

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Standalone-Audio-Encoder und -Decoder werden, sofern sie nicht in Allround-Softwarelösungen als Programmbibliothek eingebunden sind, in der Regel als Kommandozeilen-Tool ausgeliefert. Dies erlaubt nicht nur eine einfache Portierung für die verschiedensten Betriebssysteme, auch ist die Syntax beim Aufruf des Kodierers auf allen Plattformen weitgehend gleich. Wer sich nicht mit den Parametern jedes einzelnen Codecs herumschlagen möchte, findet für die gängigen Desktops diverse Oberflächen, um diese Dateiverarbeitungsvorgänge zu vereinfachen. Ein übersichtliches und zugleich sehr mächtiges Windows-GUI für nahezu alle Kommandozeilen-Codecs ist BatchEncoder. Dabei werden nicht nur die gängigen Codecs wie MP3, AAC, OGG oder FLAC unterstützt, sondern auch viele eher exotischere Kodierer, darunter Monkey's Audio, Musepack, OptimFROG Lossless Audio, TTA und WavPack. Ein klassisches Encoding von Wave in komprimierte Formate oder Umwandeln aller Formate nach Wave wird dabei ebenso unterstützt wie das Transcoding zwischen verschiedenen verlustbehafteten und verlustfreien Audio-Codecs. Das Tool installiert die unterstützten Codecs jedoch nur dann, wenn sie auch tatsächlich benötigt werden, was die Größe der Grundinstallation sehr gering hält.

Kern des BatchEncoders ist ein umfangreicher Satz an XML-basierten Voreinstellungen und unter der Haube arbeitenden Powershell-Scripts, welche es Einsteigern sehr einfach machen das Tool zu verwenden. Die Voreinstellungen enthalten dabei nicht nur die eigentlichen Codec-Parameter, sondern auch die Download-Links für jeden Codec. Wird ein Konvertierungsvorgang zum ersten Mal gestartet, lädt ein Script im Hintergrund zunächst den Kodierer herunter, bevor dann die eigentliche Umwandlung stattfindet. Eine Formatumwandlung ist sehr einfach: Dateien oder Ordner im Edit-Menü hinzufügen, Format und Preset wählen, mit Klick auf "Convert" den Vorgang starten. Standardmäßig werden die fertigen Dateien im selben Verzeichnis wie die Quelldatei abgelegt, dies lässt sich jedoch unter "Output path" konfigurieren. Wem die in den Voreinstellungen angebotenen Parameter nicht reichen, kann sie im Options-Menü nicht nur bearbeiten, sondern auch neue Formate und Presets erstellen. Der Vielfalt sind keinerlei Grenzen gesetzt, sodass praktisch sämtliche Kommandozeilen-Parameter der jeweiligen Kodierer zur Verfügung stehen, und auch das Einbinden bisher unbekannter Kodierer möglich ist.

BatchEncoder basiert auf dem als eher veraltet zu betrachtenden GUI-Toolkit MFC und ist dank seiner nativen Windows-Oberfläche hervorragend auch mit Bildschirmlesern zu nutzen. An einer Implementierung der Oberfläche in wxWidgets wird derzeit gearbeitet. Quellcode, Downloads und ein Wiki sind auf der Projekt-Webseite bei GitHub abrufbar.

Windows 10: SMB-v1-Protokoll reaktivieren

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Freigabefehler bei deaktiviertem SMB v1, ein Zugriff auf die Fritzbox-Freigabe ist nicht mehr möglich.

Ein Zugriff auf SMB-v1-Netzwerkfreigaben ist nicht mehr möglich: Bei wem diese Fehlermeldung auf dem Bildschirm erscheint, der ist vermutlich Opfer einer von Microsoft veranlassten Sicherheitsmaßnahme für das Betriebssystem Windows 10 geworden. Seit dem Fall-Creators-Update (Version 1709) wurde die Unterstützung für das noch aus den 1980er Jahren stammende SMB-v1-Protokoll, welches Netzwerkfreigaben verwaltet und mittlerweile in der dritten Version vorliegt, für Neuinstallationen entfernt. Bestehende Systeme sind, sofern sie SMB v1 noch nutzen, eigentlich nicht von dieser Maßnahme betroffen. Lediglich auf Systemen, auf denen Client und Server nicht aktiv zum Einsatz kommen, werden diese nach einer Frist von 15 Tagen deinstalliert. Dies kann aber auch dazu führen, dass selten genutzte Freigaben plötzlich nicht mehr erreichbar sind. Die Funktionen lassen sich jedoch wieder nachrüsten.

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Lösung: Cortana-Suchergebnisse in Windows 10 lassen sich nicht mehr öffnen

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Auf meinem System mit Windows 10 Home ergab sich schon seit Längerem das Problem, dass sich nach Eingabe eines Suchbegriffes in die Cortana-Suche die angezeigten Ergebnisse teilweise nicht mehr öffnen ließen. Was zunächst nur einige Anwendungen betraf, steigerte sich in den letzten Tagen zu einem echten Ärgernis, da ich so gut wie nichts mehr mit der Suche im Startmenü anfangen konnte und deshalb meinen Desktop wie in alten Zeiten mit allerlei Verknüpfungen bestücken musste, um nicht umständlich jede Anwendung zu Fuß im Startmenü herauszusuchen. Selbst eine längere Recherche brachte mich hier nicht weiter. Die üblichen Vorgehensweisen bei Problemen mit der Suchfunktion, also Neuerstellung des Such-Index, Durchlaufen der Problembehandlung usw., brachten keinen Erfolg. Erst gestern fand ich dann die richtige Lösung.

Um die Cortana-Suche wieder zu reparieren genügt es, den Ordner "Microsoft.Windows.Cortana_cw5n1h2txyewy" im Verzeichnis "C:\Users\<Benutzername>\AppData\Local\Packages" zu löschen oder umzubenennen. Da die Cortana-App dauerhaft auf dieses Verzeichnis zugreift, ist dies in der laufenden Sitzung aber nicht so ohne Weiteres möglich. Wer nicht die Möglichkeit hat, mit einem Linux-Live-System auf die Festplatte zuzugreifen, kann auch ein zweites Administrator-Konto einrichten. Hierzu öffnet man die Einstellungs-App, klickt auf Konten, dort auf "Familie & weitere Kontakte". Ein Klick auf die Schaltfläche "Diesem PC eine andere Person hinzufügen" öffnet den Assistenten zum Anlegen eines neuen Benutzers. Möchte man kein weiteres Microsoft-Konto einrichten, klickt man zunächst auf "Ich kenne die Anmeldeinformationen für diese Person nicht", anschließend auf "Benutzer ohne Microsoft-Konto hinzufügen" (Windows war auch schon mal unkomplizierter). Nach der Einrichtung des Kontos muss dieses abschließend noch in der Einstellungs-App auf Administratorzugriff umgestellt werden.

Wichtig: Vor dem Anmelden ins andere Konto muss das erste Konto abgemeldet werden, nicht einfach nur den Benutzer wechseln. Dies würde die Sitzung nicht beenden, und der Ordner ließe sich auch vom zweiten Konto aus nicht löschen. Ist das zweite Konto eingeloggt, sollten zunächst einige Ordner-Einstellungen angepasst werden, damit der entsprechende Ordner im anderen Benutzerprofil auch sichtbar ist. Alternativ lässt sich dies auch mit einem anderen Dateimanager bewerkstelligen. Die notwendigen Berechtigungen weist Windows nach einer Bestätigungsabfrage von selbst dem zweiten Konto zu, sobald man auf das Profilverzeichnis des ersten Kontos zugreift. Nach dem Löschen des Ordners "Microsoft.Windows.Cortana_cw5n1h2txyewy" loggt man sich wieder aus, und meldet sich mit dem normalen Konto an. Cortana erstellt den gelöschten Ordner neu und sollte wieder ordnungsgemäß funktionieren.

Google TalkBack: Ansage der Anrufer-ID konfigurieren

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Bis zur Version 4.4 bot der Screenreader Google TalkBack die Möglichkeit, Telefonnummer bzw. Kontaktname eines Anrufers vorlesen zu lassen. Ab TalkBack Version 5 verschwand diese Option allerdings aus den Einstellungen, was bei einigen Nutzern offensichtlich für Verwirrung sorgt. Da ich auf meinem Smartphone kaum Anrufe empfange, ist mir die fehlende Ansage der Anrufer-ID zunächst gar nicht aufgefallen. Tatsächlich scheint es so zu sein, dass es keine Option zur Ansage der Anrufer-ID mehr gibt - weder in den TalkBack-Einstellungen, noch in den allgemeinen Zugänglichkeits-Einstellungen oder gar auf der Seite "Ton und Benachrichtigungen".

Des Rätsels Lösung ist am Ende zwar logisch, aber fand sich erst nach einigem Herumsuchen. Grund für den Wegfall der Option sind die ab Android 6 (Marshmallow) verwendeten App-Berechtigungen. Sofern eine App das neue Berechtigungssystem unterstützt, kann für sie jedes angeforderte Zugriffsrecht individuell konfiguriert werden. Hierzu tippt man auf Apps -> Einstellung -> Apps (auf Samsung-Geräten eventuell etwas anders), und wählt die gewünschte App aus, also in diesem Fall TalkBack antippen. Auf der App-Infoseite den Menüpunkt Berechtigungen antippen, der standardmäßig den Wert "Keine Berechtigungen gewährt" anzeigen sollte. TalkBack kann hier der Zugriff auf das Telefon erlaubt werden, was dann auch die Ansage des Anrufers wieder möglich macht.

Nutzer älterer Android-Versionen dürften hier allerdings im Nachteil sein, da sich bis Android 5.1 (Lollipop) die Berechtigungen nicht so individuell konfigurieren lassen. Leider fehlt mir ein Testgerät, um die dortigen Einstellungsmöglichkeiten nachzuprüfen.

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