Debian Wheezy: Orca lässt sich in manchen Programmfenstern nicht unterbrechen

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In manchen Einstellungs- und Programmfenstern kommt es vor, dass sich der Screen-Reader Orca nicht unterbrechen lässt, wenn man sich beispielsweise mit der Tab-Taste durch die Bedienelemente eines Fensters bewegt. Das hat zur Folge, dass man sich jedes Bedienelement bis zum Ende vorlesen lassen muss, ob man will oder nicht. Bei bereits bekannten Programmfenstern gelangt man auf diese Weise nur sehr langsam zum Ziel, sofern keine braillezeile zusätzlich zur Sprachausgabe zur Verfügung steht. Ganz zu schweigen davon, dass dieses Verhalten des Bildschirmlesers einem ziemlich auf die Nerven gehen kann.

Verantwortlich hierfür ist ein Bug im Zusammenhang mit der Clutter-Grafikbibliothek, der in neueren Gnome-Versionen offenbar schon behoben ist, nicht aber bei der in Debian Wheezy enthaltenen Version 3.4.2. Ein Update aus neueren Paketquellen könnte in diesem Fall helfen. Wer jedoch sein System möglichst stabil halten und nicht auf Testing-Pakete zurückgreifen möchte, kann sich mit folgendem Workaround behelfen.

  1. Ein Terminal im aktuellen Benutzerverzeichnis öffnen
  2. mkdir -p ~/.config/clutter-1.0
  3. cd ~/.config/clutter-1.0
  4. Mit dem Editor eurer Wahl eine leere Datei namens settings.ini anlegen und Folgendes eintragen:
    [Environment]
    EnableAccessibility=false
  5. Die Datei abspeichern und das Terminal wieder schließen

Auch wenn mit dieser Anweisung die Clutter-Zugänglichkeit vorübergehend ausgeschaltet wurde, kann Orca nun die Programmfenster wieder korrekt vorlesen und ist bei Bedarf auch zum Schweigen zu bringen. Testen lässt sich das beispielsweise in den Systemeinstellungen (Anwendungsmenü -> Systemwerkzeuge -> Einstellungen -> Systemeinstellungen).

Gnome Classic: Desktop für Orca lesbar machen

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare
Kategorisiert in : Software Schlüsselwörter : A11Y, Gnome, Linux, OpenSource, Orca

Bei einer frischen Debian-Installation zeigt der Screen-Reader Orca im Desktop-Modus "Gnome Classic" standardmäßig keinen Desktop an bzw. kann diesen nicht auslesen. Stattdessen werden nur das obere und untere Kantenpanel angezeigt. Natürlich ist der Desktop trotzdem vorhanden. Um ihn für Orca "sichtbar" zu machen, muss Folgendes ausgeführt werden:

  • ALT+F2 drücken und im Ausführen-Dialog eingeben: gnome-tweak-tool
  • Im sich nun öffnenden Fenster den Register "Arbeitsfläche" auswählen, was standardmäßig schon der Fall sein sollte
  • Die Option "Have Filemanager handle the Desktop" suchen und mit der Leertaste aktivieren
  • Falls benötigt, weitere Symbole der Einstellungsseite anhaken (Computer, Home, Trash etc)
  • Fenster mit ALT+F4 wieder schließen

Nun sollte der Desktop für Orca sichtbar sein und man kann mittels STRG+ALT+Tab zwischen Desktop und den Kantenpanels umschalten.
(Vielen Dank an @dave090679!)

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