Robbinaer

Das Technikblog aus dem Robbenradio

Mozilla Apps Enhancements: Neue NVDA-Erweiterung verbessert Zugänglichkeit von Firefox und Thunderbird

Geschrieben von Steffen Schultz 2 Kommentare

Der quelloffene Bildschirmleser NVDA ist in der Lage, mit einer Vielzahl von Windows-Anwendungen ohne zusätzliche Anpassungen umzugehen, solange diese Gebrauch von den notwendigen Zugänglichkeits-Schnittstellen machen. Auch die Anwendungen aus dem Hause Mozilla sind sehr gut zugänglich und werden in einer Liste unterstützter Anwendungen sogar als empfohlene Software angegeben. Auch wenn die Mozilla-Produkte grundsätzlich zugänglich sind, gibt es auch hier noch Verbesserungsbedarf im Umgang mit diversen Bedienelementen von Browser und E-Mail-Client.

Derzeit steht eine neue Community-Erweiterung für NVDA zum Testen bereit, welche die Zugänglichkeit der Mozilla-Anwendungen verbessern soll. Mozilla Apps Enhancements bietet für Firefox und Thunderbird diverse nützliche Tastenkombinationen, um die Arbeit mit diesen Programmen zu optimieren. So kann in Firefox beispielsweise mit einem Tastendruck eine Liste der geöffneten Tabs oder die Elemente in der Symbolleiste aufgerufen werden, was sonst einige Verrenkungen mehr auf der Tastatur erfordern würde. Funktionen, wie etwa das Interagieren mit Benachrichtigungen oder das Auslesen der Statuszeile werden durch die Erweiterung sogar sehr viel Zugänglicher als in der Standardkonfiguration des Firefox. Auch für Thunderbird stellt das Addon nützliche Tastenkombinationen bereit, die den Umgang mit E-Mails, Anhängen und Filtern erleichtern sollen. Alle Tastenkombinationen sind auf der Download-Seite der Erweiterung und in deren Dokumentation nachzulesen. Bei geöffneter Mozilla-Anwendung lassen sie sich auch in den NVDA-Einstellungen unter Eingaben auf die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Datenstrom Yellow 0.7.2 veröffentlicht

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Letzte Woche wurde Version 0.7.2 des Markdown-CMS Datenstrom Yellow freigegeben. Zu den Neuerungen zählen u.a.:

  • Bessere Konfiguration: Alle vom Systemkern und Plugins angebotenen Optionen sind jetzt in der Datei system/config/config.ini notiert und dadurch leichter einsehbar. Erläuternde Kommentare für die größtenteils selbsterklärenden Optionen sind jedoch nicht vorhanden, für diesen Fall ist weiterhin ein Blick in die jeweiligen Plugin-Dokumentationen von Nöten.
  • Textkonfiguration (system/config/text.ini): Kann verwendet werden, um Werte aus den Sprachdateien zu überschreiben. Bei bestehenden Installationen muss diese Datei zunächst händisch erstellt werden.
  • Unter der Haube: Unterstützung für Gif-Images, aktualisiertes Javascript, Kompatibilität mit alten Browsern entfernt. Des Weiteren prüft der Installer die korrekte Konfiguration des Webservers, um unnötige Fehlerberichte bei erfolglosen Yellow-Installationen zu vermeiden.
  • Im offiziellen Plugin-Repository wurden Shortcode-Erweiterungen für Instagram und Twitter veröffentlicht. Das Twitter-Plugin stammte ursprünglich aus meiner Feder, ich habe es gern für die Verwendung und Weiterentwicklung in den offiziellen Plugins freigegeben.

Das Release steht wie üblich auf GitHub zum Download bereit. Bestehende Yellow-Installationen können über die Shell oder im Webinterface (Klick auf Benutzername -> Einstellungen -> Über diese Webseite) aktualisiert werden. Ein kleinerer Fehler im Updater, welcher beim Aktualisieren der Template-Einstellung in Blog-Artikeln eventuell vorhandene statische Seiten im selben Ordner nicht gesondert behandelte, wurde inzwischen behoben.

Zapp: Alle Fernsehsender unter einem Hut

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Hinter dem schlichten Namen Zapp verbirgt sich eine Android-App, welche Live-Streams und Mediatheken deutscher öffentlich-rechtlicher Fernsehsender in einer sehr einfach gehaltenen Oberfläche vereint. Die Streams von ARD und ZDF sind ebenso zu empfangen wie jene der dritten Programme in sämtlichen Regionalversionen, den Spartenkanälen wie ZDFInfo sowie die deutsche Welle und das Parlamentsfernsehen. Alle Sender sind in einer übersichtlichen Liste aufgeführt und lassen sich durch Tippen auf den Sendernamen starten. Sogar die gerade laufende Sendung wird als Zusatzinformation in der Liste angezeigt.

Der Mediathek-Tab enthält einen nach Erscheinungsdatum absteigend sortierten Gesamt-Feed aller öffentlich-rechtlichen Mediatheken. Hier finden sich nicht nur Beiträge deutscher Sender, sondern auch die des ORF und SRF. Eine Sortierung oder Filterung nach Sender ist zwar nicht möglich, über die Suchfunktion kann aber ein Sendername als Stichwort zur Filterung des Feeds eingegeben werden. Für blinde Nutzer lässt sich so zum Beispiel durch Eingabe des Suchbegriffes "Hörfassung" die Liste auf alle Beiträge mit Audiodeskription begrenzen. Beim Antippen eines Beitrags startet dieser nicht sofort, es wird zuvor noch eine Informationsseite angezeigt, welche die Möglichkeit zum Teilen, Streamen und sogar Herunterladen des Beitrags anbietet.

Die App ist hervorragend mit Google TalkBack zu bedienen. Beim Anschauen eines Videos wird der Vollbildmodus aktiviert, wodurch auch sämtliche Bildschirm-Tasten ausgeblendet werden. Durch einen Doppeltipp auf den Bildschirm lassen sie sich jedoch kurzzeitig wieder einblenden und das laufende Video lässt sich unterbrechen. Schön wäre die Möglichkeit, Video-Streams auch bei gesperrtem Bildschirm weiterlaufen zu lassen, wenn man ohnehin nur auf den Ton Wert legt.

Zapp ist derzeit nicht via Google Play erhältlich und kann nur auf F-Droid.org als installierbare APK-Datei oder über den F-Droid-Client heruntergeladen werden.

Icecast: So funktionieren Alias-Weiterleitungen

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Noch immer verwenden viele Webradios den alten Shoutcast-1.x-Server, obwohl dieser seit mindestens einem Jahrzehnt nicht mehr weiterentwickelt wird. Ein Grund hierfür könnte die teilweise vorhandene Inkompatibilität auf Hörerseite sein, bedient man sich alternativer Streaming-Plattformen. Vor allem das Verbreiten neuer Streaming-Links an sämtliche Portale dürfte eine nicht unerhebliche Zeit in Anspruch nehmen. Bis alle Links aktualisiert sind, muss man zwischenzeitlich wohl mit einem Hörerschwund rechnen. Dank des quelloffenen Streaming-Servers Icecast gibt es aber Abhilfe.

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