Robbinaer

Das Technikblog aus dem Robbenradio

Robbinär mit neuer Blogsoftware

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Angeregt durch meinen letzten Artikel, und weil Dotclear an einigen Ecken schon länger etwas Probleme verursachte, habe ich diesem Projekt mal eine andere Blogsoftware spendiert. Ja, PluXml hat es mir dann doch irgendwie angetan. Auch wenn die verfügbaren Informationen zur Software größtenteils in Französisch verfasst sind, habe ich am Ende relativ leicht alle benötigten Plugins gefunden und Theme-Modifizierungen vornehmen können. Einziger Haken war das Übertragen der Daten aus Dotclear. Hierfür gab es mal ein Plugin, welches mit der aktuellen PluXml-Version jedoch nicht mehr funktioniert. Also habe ich einfach die HTML-Quelltexte händisch übertragen, was zum Glück weniger Arbeit verursachte als gedacht, da sie noch lokal auf meiner Festplatte vorlagen. Lediglich die Kommentare habe ich mir erspart, außerdem einige wenige Artikel, die absolut nicht mehr aktuell sind oder einer Überarbeitung bedürfen.

Derzeit versuche ich noch, die alten Feed-Adressen auf das neue Format umzubiegen, was per 301-Redirect leider irgendwie nicht so recht klappen will. Am besten wird es daher sein, dass ihr die neuen Adressen manuell ändert. Die Hauptfeeds für Artikel und Kommentare finden sich in der letzten Zeile des Footers, die Feeds für individuelle Tags und Beitragskommentare jeweils am Ende einer Auflistung. Die Artikel im OSBN sollten bereits wieder funktionieren. Sollten sonst irgendwo noch Fehler auftauchen, lasst es mich ruhig wissen. Gerade designtechnisch entgeht mir hin und wieder etwas.

Ich hoffe, dass mich diese Arbeit nicht in ein paar Jahren wieder ereilt, wenn das nächste Blogprojekt seine Entwickler verliert. Aber im Vergleich zu Dotclear ist PluXml weit weniger komplex gestaltet, und sollte daher auch mit einem kleinen Entwicklerteam sehr gut funktionieren. Die Umstellung hat mir aber auch sehr viel Freude gemacht, allein schon um meine Artikel der letzten 4 Jahre noch mal querzulesen. Wenn man bedenkt, wie unmotiviert ich dieses Blog angefangen habe (Lust darauf war zwar vorhanden, aber es fing halt als Testballon an), hat sich meine Nerd-Ecke doch recht gut entwickelt. Ich bin nicht der aktivste Blogger, aber ich tue es immer noch gerne.

Dotclear 2.12 mit dunklen Wolken am Horizont

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Gestern wurde Version 2.12 der Blogging-Engine Dotclear freigegeben. Es handelt sich um ein Bugfix-Release, welches keine neuen Funktionen beinhaltet. Wichtiger ist daher auch die Ankündigung zur Zukunft von Dotclear, die leider nichts Positives erahnen lässt.

Die Zahl an Entwicklern ist in den letzten Monaten stark zurückgegangen, sodass Franck Paul die meiste Arbeit am Kernsystem mittlerweile allein erledigen muss. Daraus ergeben sich Konsequenzen, welche das Entwickeln relativ umfangreicher Features für Dotclear ausschließen, darunter eine bereits geplante REST-API, für die sich jedoch ein Drittanbieter-Plugin in Entwicklung befindet, und die Integration der Twig-Templating-Engine. Die Entwicklung der nächsten Versionen wird sich daher auf Kleinigkeiten wie eine robustere Passwort-Verwaltung oder UTF8-MB4-Unterstützung für MySQL beschränken.

In einer abschließenden Notiz schreibt Franck: "Erstens ist es überhaupt nicht lustig, ein solches Projekt allein zu entwickeln, und zweitens ist das Fehlen notwendiger Code-Reviews meinem Verständnis nach gefährlich." Auch wenn Dotclear damit zwar noch längst nicht gestorben ist, sind dies keine guten Nachrichten für die Blogging-Engine, deren Grundfunktionen durchaus mit denen der "Großen" mithalten können

Datenstrom Yellow 0.7.1 mit flexiblerer Inhaltsverwaltung

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Für das Markdown-CMS Datenstrom Yellow wurde heute die Version 0.7.1 freigegeben. Wie üblich sind es wieder kleine, aber feine Entwicklungsschritte, die das Erstellen von Webseiten mit Yellow noch komfortabler machen sollen. Hier die wichtigsten Änderungen:

  • Blogs und Wikis sind jetzt flexibler einsetzbar, da die entsprechenden Plugins auf Vorlagen-Basis arbeiten. Dies bedeutet, dass jede Seite, die im Seitenkopf die Angabe Template: blog oder Template: wiki enthält, automatisch als Blog- bzw. Wikiseite erkannt wird. In der Praxis lassen sich damit z. B. mehrere Blogs oder Blog-Kategorien innerhalb einer Yellow-Installation betreiben.
  • Unterstützung für numerische Datei- und Ordnernamen hinzugefügt.
  • Das Commandline-Plugin wurde in Command sowie das Webinterface-Plugin in Edit umbenannt.
  • Das Webinterface kann nun auch im Einzelbenutzermodus verwendet werden, sodass keine Neuregistrierungen von Accounts für jedermann mehr möglich sind. Hierzu wird der Datei /system/config/config.ini die Option EditLoginRestrictions: 1 hinzugefügt bzw. entsprechend geändert (mein Feature-Request).

Bestehende Yellow-Installationen lassen sich bequem mit einem Klick über das Webinterface sowie über das Command-Plugin auf der Shell aktualisieren. Der Update-Vorgang beinhaltet auch die Anpassung vorhandener Blog- und Wikiseiten mit den neuen Template-Optionen.

PluXml: Flatfile-Blogging ohne Überfluss

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Ich bin ja eher ein Casual-Blogger in mindestens dritter Minuspotenz und veröffentliche Beiträge dann, wenn ich Lust darauf habe. Daher habe ich mich schon immer etwas darüber geärgert, dass es für unsere Sorte kaum Blogsysteme gibt, bei denen man nicht mit der sprichwörtlichen Kanone auf Spatzen schießt, aber trotzdem nicht auf die Grundfunktionen eines Blogsystems verzichten muss. Ich fange an dieser Stelle kein WordPress-Bashing an, denn es ist ohne jede Frage immer noch ein sehr vielseitig einsetzbares System, welches sich inzwischen vom reinen Blogsystem zu einem ausgewachsenen CMS weiterentwickelt hat. Ich musste allerdings feststellen, dass WordPress für meine Zwecke mittlerweile beinahe überflüssig geworden ist. Abgesehen vom Robbinär-Blog, das mit Dotclear läuft, schreibe ich in meinem ursprünglichen Hauptblog nur wenige Artikel im Jahr, wenn überhaupt. Meine Arbeit mit WordPress besteht mehr oder weniger nur noch darin, das System und installierte Plugins aktuell zu halten, Hacking-Versuche abzuwehren, ab und zu einen durchgerutschten Spamkommentar zu löschen, und mich zu ärgern, wie langsam das Backend von Version zu Version wird. Letzteres wurde mir umso klarer, als ich kürzlich mal ein uraltes WordPress 2.0 unter die Finger bekam. Während Browser und Screenreader - je nach verwendetem Rechner, Webserver und installierten Plugins - bei aktuellen WordPress-Versionen schon mal etliche Sekunden brauchen, um eine Backend-Seite vollständig aufzubauen, flogen mir bei diesem Museums-WordPress die Unterseiten des Dashboards binnen einer Sekunde entgegen. Hier kann ich natürlich nur den Eindruck beschreiben, den ich als reiner Tastatur-Nutzer dabei habe, visuell mag es sich vielleicht weniger dramatisch verhalten. Jedenfalls wusste ich danach, was ich wollte: Ein WordPress, dass technisch und vom Funktionsumfang den heutigen Standards entspricht, aber mit der Geschwindigkeit von damals bedient werden kann. Weitestgehend dürfte das zwar ein Traum bleiben, aber ich habe mich trotzdem mal wieder nach kleineren Alternativsystemen umgesehen. Gesucht war ein Flatfile- oder auf SQLite basierendes System, denn für meinen Blogging-Bedarf wäre das vollkommen ausreichend.

Den Artikel PluXml: Flatfile-Blogging ohne Überfluss lesen

Gespenstische Blogsoftware

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Nein, Geistergeschichten sind natürlich woanders besser aufgehoben, auch wenn in 2 Wochen Halloween gefeiert wird. Außer den Namen und einem unerklärlichen Hype in der Bloggergemeinde hat die neue Blogging-Software Ghost nämlich nichts Gespenstisches an sich. Das über die Crowdfounding-Plattform Kickstarter finanzierte Projekt setzt es sich zum Ziel, den Fokus beim Veröffentlichen von Inhalten mehr auf eben diese Inhalte zu legen und nicht darauf, möglichst komplexe Webseiten zu erstellen.

Ich war mal neugierig und habe mir die derzeit nicht eben als alltäglich zu bezeichnende Installation angetan, jedenfalls wenn man bisher nur mit PHP-basierten Anwendungen zu tun hatte. Ghost hingegen basiert auf Node.js, einer Javascript-Plattform, die für die gängigsten Betriebssysteme heruntergeladen und installiert werden kann. Der Windows-Installer fügt Node.js sowie die Paketverwaltung NPM bequemerweise gleich den Umgebungsvariablen hinzu, sodass der Aufruf von jedem beliebigen Ort der Festplatte erfolgen kann. Abschließend wird im Startmenü der Punkt "Node.js command prompt" ausgewählt.

Your environment has been set up for using Node.js 0.10.20 (x64) and npm.


Hat man diese erste Hürde genommen, ist die Installation von Ghost eigentlich gar nicht mehr so schwer. Nachdem das Zip-Archiv heruntergeladen und entpackt wurde, muss zunächst per Kommandozeile in das Verzeichnis gewechselt werden, in welchem Ghost entpackt wurde. Nun beginnt die eigentliche Installation:
npm install --production

Es werden nun automatisch alle benötigten Zusatzpakete heruntergeladen, was je nach System und Internetverbindung einen Moment dauern kann. Wurde alles ohne Fehlermeldung abgeschlossen, wird Ghost mit folgendem Befehl gestartet:
npm start
> ghost@0.3.2 start C:\Users\Steffen\Downloads\ghost
> node index

Ghost is running...
Listening on 127.0.0.1:2368
Url configured as: http://my-ghost-blog.com
Ctrl+C to shut down


Ghost sollte jetzt unter der Adresse http://localhost:2368 im Browser erreichbar sein. Unter der Adresse http://localhost:2368/ghost/ kann man sich als erster Nutzer registrieren, der dann auch als Administrator des Blogs eingerichtet wird. Mit dem ersten Starten von Ghost wird auch die Datei config.js im Ghost-Hauptverzeichnis angelegt, in welcher diverse Einstellungen wie beispielsweise die Blog-URL und die E-Mail-Konfiguration vorgenommen werden können.
Unter Linux scheint die Installation noch etwas schwieriger zu sein, ein Test auf meinem Raspberry Pi endete mit einer seitenlangen NPM-Debug-Datei und obskuren Fehlermeldungen, deren Ursache ich bisher noch nicht nachgehen konnte.

Aber was taugt nun diese neue Blogsoftware, die auf Kickstarter binnen 48 Stunden mehr als 100000 Dollar zugesagt bekam?
Der Funktionsumfang ist verglichen mit ausgewachsenen Blogsystemen noch stark eingeschränkt, was allerdings auch die Absicht der Entwickler sein dürfte. Neue Blogbeiträge mittels Textile-Auszeichnungssprache verfassen und bearbeiten, dazu eine kleine Einstellungsseite, viel mehr kann Ghost noch nicht. Auch ist die Software derzeit nur in englischer Sprache erhältlich, was sich laut Feature-Liste aber ändern soll. Welche sonstigen Funktionen in Zukunft umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Revolutionär ist neben der gepriesenen Einfachheit des Systems wohl derzeit nur die Installation, die für die meisten Benutzer alles andere als alltäglich ist. Vor allem auf einfachen Webspace-Paketen, die keinen Shellzugriff anbieten, dürfte sich Ghost vorerst noch nicht betreiben lassen. Jedoch planen die Entwickler für die nahe Zukunft eine Hosting-Plattform ähnlich wie Wordpress.com, auf der man sich für ein Ghost-Blog registrieren kann, wenn man die Software selbst nicht hosten möchte. Alles in allem aber ein Projekt, das man im Auge behalten sollte.

Die Zugänglichkeit von Ghost für Screen-Reader-Nutzer ist auf den ersten Blick übrigens relativ gut, an manchen Stellen fehlen lediglich korrekte Beschriftungen für Formularfelder.

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