Robbinaer

Das Technikblog aus dem Robbenradio

TeamTalk 5.1 Beta: Bessere Lautstärke und endlich mobile Apps

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Knapp 3 Monate nach Erscheinen der finalen Version 5.0 der Sprachkonferenz-Software TeamTalk wurde nun Version 5.1 zum öffentlichen Betatest freigegeben. Neben einigen Fehlerbehebungen hat diese Version auch wieder Optimierungen und neue Funktionen im Gepäck:

  • Der Qt-Client erlaubt es, ein benutzerdefiniertes Videoformat anzugeben. Des Weiteren ist das Drehen von Bildern möglich und eine neue Option visualisiert den letzten Sprecher in einer Konferenz. Letzteres ist dann sinnvoll, wenn man sich während einer Konferenz kurz zurückziehen muss und wissen möchte, ob in der Zwischenzeit jemand etwas gesagt hat.
  • Mit der Tastenkombination STRG+G kann im Classic-Client der Status eines Raums oder eines Benutzers per Sprachausgabe vorgelesen werden.
  • Die Tab-Reihenfolge im Verbindungsdialog des Classic-Clients wurde so verändert, dass der Fokus nun zuerst auf den Adressbuch-Einträgen liegt und nicht im Eingabefeld für den Hostnamen. Wer das Adressbuch nicht nutzt und weiterhin mit den Cursortasten die Liste der zuletzt angewählten Server benutzen möchte, muss zunächst dreimal die Tab-Taste drücken, um in das Eingabefeld für den Hostnamen zu gelangen.
  • In beiden Clients wurde die Regelung von Mikrofon und Lautstärke noch einmal verändert und ist jetzt viel logischer aufgebaut. Um die Regler auf die Soundkarten-Einstellungen einzupegeln, d. h. ohne programminterne Abschwächung oder Verstärkung des Signals, müssen beide Regler auf 50% stehen. Alles darüber verstärkt das Signal, alles darunter schwächt es ab.
  • Die Medienlautstärke kann jetzt auch seitens des Absenders angepasst werden, ein entsprechender Regler befindet sich in den Soundeinstellungen des Clients. Der Pegel wird ähnlich angepasst wie bei den Reglern im Hauptfenster, wobei dieser sich im Verhältnis zur Sprachlautstärke orientiert.

Neben den Desktop-Clients wurden inzwischen auch Apps und SDK's für Mobilgeräte freigegeben oder befinden sich noch in Arbeit. Eine erste Android-Version ist kostenlos im Playstore verfügbar und für iOS gibt es ein erstes SDK. Eine fertige App ist hier jedoch noch nicht erhältlich. Wer die neuen Versionen testen möchte, findet Download-Links für die verschiedenen Betriebssysteme auf der Entwickler-Webseite. Die finale Version wird wahrscheinlich noch einige Tage auf sich warten lassen, dann werden auch die aktualisierten deutschen Sprachdateien enthalten sein.

Firtz Podcast Publisher

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Viel braucht es ja eigentlich nicht, um einen selbstgehosteten Podcast zu veröffentlichen. Genügend Speicherplatz, einen RSS-Feed und eine Webseite drum herum. Firtz liefert genau das und noch einige Extras mehr, ohne dabei unnötig aufgebläht zu sein. An den Komfort eines ausgewachsenen Podcast-Publishers wie etwa in der Kombination mit Wordpress-Blogs kommt Firtz natürlich nicht heran. Aber gerade für kleinere Podcast-Projekte, deren technische Realisierung nach der Ersteinrichtung möglichst unaufwändig sein soll, ist der Firtz ideal geeignet.

Firtz kommt ohne ein Admin-Interface zur Verwaltung der Podcasts und deren Episoden aus. Stattdessen erfolgt sämtliche Konfiguration über Textdateien, in denen alle Variablen eines Podcasts notiert sind. Klingt kompliziert, ist es aber überhaupt nicht. Statt XML-Tags werden in einer Podcast-Konfigurationsdatei lediglich überschriftenartige Schlüsselwörter samt darunter notierter Werte verwendet, die das Script einliest und als korrekten RSS-Feed ausgibt. Ein Prinzip, das einfacher kaum sein könnte und auch nicht schwerer ist als das Ausfüllen von Formularen. Damit trotzdem nichts Falsches notiert wird, liegt dem Script eine umfangreiche Dokumentation bei, die alle nötigen und möglichen Optionen auflistet. Aber bei aller Einfachheit können auch die Profis aus dem Vollen schöpfen, denn Firtz bietet von anpassbaren Design-Vorlagen bis hin zu einer Integration mit dem Post-Production-Service Auphonic, der dem Podcaster noch einiges an Arbeit abnehmen kann, auch für gehobene Ansprüche genügend Anpassungsmöglichkeiten.
Natürlich darf auch eine kleine Webseite nicht fehlen, die alle Podcasts und Episoden übersichtlich präsentiert und auch die sozialen Netzwerke nicht zu kurz kommen lässt. Dank eines integrierten HTML5-Players, der übrigens auch die Screen-Reader-Nutzer begeistern dürfte, können Episoden außerdem direkt auf der Seite angehört werden.

Spannend ist ein unscheinbares Detail am Rande, welches die weitgehend problemlose Migration bestehender Podcasts ermöglicht. Durch die Option "Feedalias", die in einer globalen Konfigurationsdatei notiert werden muss, lassen sich alte Feed-Adressen auf das Firtz-Format umleiten. Lediglich das Erstellen der Episodendateien erfordert dann noch etwas Fleißarbeit. Wer trotzdem skeptisch vor dem Umzug ist, kann sich das Ergebnis sogar in einer begrenzt gültigen Demo-Installation auf der Projekt-Homepage anschauen und seinen alten Podcast-Feed in einen Firtz-Podcast umwandeln lassen. Ein nettes Extra wäre es, wenn man sich diese Installation dann noch als individuelles Paket herunterladen könnte.
Firtz ist ein imho rundum gelungenes Projekt, das sicher noch die ein oder andere Idee hervorzaubern wird.

Homepage mit allen Infos und Downloads: http://firtz.org

TeamTalk 5: Erste Alpha-Version der Sprachkonferenz-Software verfügbar

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Nach längerer Entwicklungszeit steht für die Sprachkonferenz-Software Teamtalk eine erste Alpha-Version der neuen Hauptversion 5 zum Download bereit. Wie üblich sind Client und Server für die gängigsten Betriebssysteme verfügbar. Auch ein öffentlicher Test-Server wurde eingerichtet, sofern man nicht selbst einen Server hosten möchte.

Neue Features in TeamTalk 5:

  • Neue Audio- und Videocodecs: Opus ersetzt CELT und WebM ersetzt Theora. Der Speex-Codec bleibt offenbar erhalten.
  • Multimedia-Dateien werden getrennt vom Mikrofon gestreamt, d. h., der Multimedia-Stream kann jetzt auch vom streamenden Teilnehmer selbst mitgehört werden.
  • Neue Rechteverwaltung: Benutzerrechte und Begrenzungen sind nicht länger global, sondern können für jeden Benutzer einzeln festgelegt werden. Auch ist zur Anmeldung jetzt zwingend ein Benutzerkonto erforderlich.
  • Ein neuer Raumtyp erlaubt es, ausschließlich Push-To-Talk-Verbindungen zu akzeptieren, es ist also das Drücken einer Taste zum Sprechen erforderlich, ähnlich dem klassischen Sprechfunk.

Auch einige Änderungen bestehender Funktionen sind zu verzeichnen:
  • Der P2P-Modus wurde komplett entfernt, alle Datenpakete werden also über den Server an alle Nutzer verteilt.
  • Beim Erstellen neuer Räume ist die automatische Lautstärkeangleichung standardmäßig aktiviert, kann aber bei Bedarf natürlich auch abgeschaltet werden. Dies hat jedoch nur auf Mono-Räume Einfluss.
  • Ebenfalls entfernt wurde offenbar die Software-Lautstärke, welche das manuelle Verstärken zu leiser Teilnehmer erlaubte.
  • Der auf Qt basierende Client wurde in Sachen Zugänglichkeit stark verbessert, auch wenn einige Kleinigkeiten noch immer etwas schwierig zu nutzen sind. Für Windows ist der Classic-Client weiterhin verfügbar.

Diese und weitere Änderungen können auf der Webseite im Changelog nachgelesen werden. Wer die neue Version ausprobieren möchte, sollte sich jedoch im Klaren darüber sein, dass es sich hierbei um eine Alpha-Version handelt. Mit dem ein oder anderen Bug muss also gerechnet werden. Auf die ersten Beta-Versionen muss sicher noch einige Monate gewartet werden.

Trout, ein schlanker Audioplayer für Windows

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Ich entdecke doch tatsächlich immer noch Neues in der Welt der Audioplayer. Trout ist ein schlanker, aber erstaunlich konfigurierbarer Player, der sich auf das Abspielen von Audiodateien, CD's sowie Internetstreams beschränkt. Dabei bedient sich die Freeware der BASS-Bibliotheken, welche eine große Bandbreite von Audioformaten unterstützen.
Trout ist sehr einfach aufgebaut und kommt im Stil einer klassischen Windows-Anwendung ohne viel Schnickschnack daher. Die Dateien werden in einer Playlisten-Ansicht dargestellt, die Konfiguration des Players geschieht über die Menüleiste und einigen Buttons zur Steuerung der Wiedergabe, eine Statuszeile gibt Auskunft über Titel- und Playlistlänge sowie die Prozessorauslastung. Die Einstellungsmöglichkeiten des auf den ersten Blick so unscheinbaren Players haben es durchaus in sich: Vom simplen Bearbeiten der Playlist bis zum Anpassen zahlreicher Hotkeys zur Steuerung per Tastatur, Maus oder Multimediatasten hat der Entwickler an Vieles gedacht. Es gibt sogar einige Extras wie etwa das Vorlesen der Songtitel mittels Sprachausgabe oder die Speicherung der letzten Wiedergabeposition in einer Playlist, was für die Wiedergabe von Hörbüchern interessant sein dürfte. Einzig die Auswahl einer bestimmten Wiedergabe-Soundkarte ist leider nicht möglich, man muss sich mit der Standard-Soundkarte des Systems begnügen.

Die meisten Kontrollen des Players sind für Screen-Reader-Nutzer gut zugänglich. Lediglich die Buttons der Abspielleiste sind etwas verwirrend beschriftet, was deren Funktion nicht gleich erkennen lässt. Während der Wiedergabe sollte man in seinem Screen-Reader die Ansage bzw. akustische Wiedergabe der Fortschrittsanzeige deaktivieren, da sich sonst eine Art Wiedergabepegel unangenehm bemerkbar machen dürfte. Oder man minimiert ganz einfach das Programmfenster und steuert den Player über Hotkeys, die sich zum Glück auch systemweit konfigurieren lassen.

Homepage mit weiteren Infos und Downloads: http://skwire.dcmembers.com/fp/?page=trout<
(Dank an Raschix!)

Der Raspberry (pi)ratensender kann jetzt auch Stereo

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Vor einem halben Jahr habe ich im Rahmen meines Podcasts "die Robbentröte" vorgeführt, wie man einen Raspberry Pi in einen kleinen Piratensender umfunktioniert. Als Radiofreak stand dieses Projekt natürlich weiterhin auf meiner Beobachtungsliste.
Tatsächlich gibt es mittlerweile interessante Fortschritte, um den Pi noch besser als FM-Sender einzusetzen. Zwar hat sich am Klang nicht viel verbessert, da das Pifm-Modul weiterhin nur Dateien mit maximal 22050 Hz annimmt und der Klang auch allgemein kaum mit dem eines normalen UKW-Senders vergleichbar ist, doch inzwischen sind auch Stereoübertragungen möglich. Hierzu wird der Aufruf des Moduls lediglich um einen Parameter ergänzt:
./pifm Datei.wav 103.3 22050 stereo
Via Ffmpeg lassen sich auch MP3-Dateien übergeben:
ffmpeg -i input.mp3 -f s16le -ar 22.05k -ac 1 - | ./pifm -
Mittels Arecord lässt sich sogar der Input eines USB-Mikrofons und wahrscheinlich auch jeder anderen USB-Soundkarte übergeben, die vom Raspberry Pi unterstützt wird:
arecord -d0 -c2 -f S16_LE -r 22050 -twav -D copy | ./pifm -

Getestet habe ich die neuen Möglichkeiten mangels brauchbarer Soundkarte jedoch noch nicht. Und so faszinierend dieser (Pi)ratensender auch sein mag, für mehr als ein paar Experimente sollte man ihn lieber nicht verwenden, da der Raspberry Pi natürlich niemals für diesen Zweck entworfen wurde und im schlimmsten Fall trotz geringer Reichweite für erhebliche Störungen im UKW-Rundfunk sorgen könnte. Wer es dennoch testen möchte, sollte zunächst ohne Antenne senden, die Reichweite beträgt dann nur wenige Meter. Als brauchbare Antenne sollte nur ein kurzes Kabel auf den GPIO-Pin 4 gesteckt werden, nicht länger als 20 Zentimeter. Allein das reicht aus, um die Reichweite des Senders auf bis zu 100 Meter zu steigern, was schon weit jenseits der in Deutschland im UKW-Bereich zugelassenen FM-Kleinstsender liegen dürfte. Größere Antennen sind nicht ratsam und wirken sich sogar negativ auf das vom Pi ausgestrahlte Signal aus, in jedem Fall aber negativ auf die Radios der Nachbarn. :)

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