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RadioBOSS Cloud: DJSoft startet Testlauf seiner browserbasierten Radioautomation

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Das Team von DJSoft.net hat vor wenigen Tagen die erste Alpha-Version von RadioBOSS Cloud, einen Web-basierten Abkömmling der bisher nur als Windows-Anwendung verfügbaren Radioautomationslösung freigegeben. Hierbei handelt es sich um eine Radioautomation auf SaaS-Basis (Software as a Service), welche komplett im Browser bedient werden kann, und auch einen gehosteten Icecast-Server beinhaltet. So lässt sich ein komplett durchrotiertes Radioprogramm gestalten, welches Musik und Voicetracks aus der Konserve ebenso beinhalten kann wie live moderierte Sendungen. Bereits jetzt macht der Dienst einen sehr guten Eindruck, auch wenn mit dem ein oder anderen Fehler noch gerechnet werden muss. Das Web-Interface wirkt aufgeräumt, lässt sich schnell bedienen und ist auch für blinde Anwender vollkommen problemlos nutzbar.

Damit stößt RadioBOSS Cloud in eine Lücke, die bisher noch recht rar mit erschwinglicher und vor allem brauchbarer Software bestückt ist. Zwar bieten die meisten Streaming-Dienstleister ihren Kunden als Zusatz einen Auto-DJ an, doch ist dieser häufig stark in den Funktionen eingeschränkt und bietet kaum Möglichkeiten, eine Sendungsrotation detailliert zu konfigurieren. Auch DJSoft.net bietet bereits einen solchen Stream-Hosting-Service auf Basis von Centova Cast an. Im Bereich selbstgehosteter Lösungen ist die Software-Auswahl ebenfalls recht überschaubar. Neben kostenpflichtiger Software steht mit AirTime und dessen Community-Abkömmling LibreTime eine sehr passable Open-Source-Lösung bereit, die jedoch so ihre Ecken und Kanten hat, wenn es um speziellere Anforderungen geht.

Wer die RadioBOSS-Cloud testen möchte, kann sich auf RadioBOSS.fm eines von drei verfügbaren Paketen bestellen. Der Umfang der Pakete unterscheidet sich dabei lediglich im verfügbaren Speicherplatz, die Streaming-Einstellungen (Format, Bitrate und Hörerslots) sind generell frei wählbar. Der erste Monat ist gratis, jeder weitere Monat kostet regulär zwischen 10 und 30 Dollar. Wer sich für den Testlauf anmeldet, bekommt jedoch einen Preisnachlass von 70%, und das auf Lebenszeit! Selbst das größte Paket mit 120 GB Medienspeicher kostet daher nur schlappe 9 Dollar, also etwa 8 Euro. Aber wie bereits erwähnt: Mit Fehlern muss gerechnet werden, da der Dienst noch Alpha-Status hat. Fehler-Berichte und Feature-Wünsche werden vom Entwicklerteam gern entgegengenommen - entweder per E-Mail oder im Supportforum. Die Chance ist groß, dass viele Vorschläge auch berücksichtigt werden.

Icecast: So funktionieren Alias-Weiterleitungen

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Noch immer verwenden viele Webradios den alten Shoutcast-1.x-Server, obwohl dieser seit mindestens einem Jahrzehnt nicht mehr weiterentwickelt wird. Ein Grund hierfür könnte die teilweise vorhandene Inkompatibilität auf Hörerseite sein, bedient man sich alternativer Streaming-Plattformen. Vor allem das Verbreiten neuer Streaming-Links an sämtliche Portale dürfte eine nicht unerhebliche Zeit in Anspruch nehmen. Bis alle Links aktualisiert sind, muss man zwischenzeitlich wohl mit einem Hörerschwund rechnen. Dank des quelloffenen Streaming-Servers Icecast gibt es aber Abhilfe.

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Radio-Automation LibreTime: Weiterentwicklungen aus der Sourcefabric-Nutzergemeinschaft

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Vor einigen Jahren berichtete ich über AirTime, eine Browser-basierte Automationslösung zur Verwaltung von Webradio-Stationen, welche ich seit geraumer Zeit auch für mein freies Radioprojekt einsetze. Leider stellte sich bald heraus, dass die von mir damals angesprochenen Probleme, wie etwa ein fehlender Auto-DJ, nicht in die frei verfügbare Edition integriert werden würden. Stattdessen blieben erweiterte Features der kostenpflichtigen Pro-Variante vorbehalten, welche jedoch nicht zur Installation auf eigenen Servern zur Verfügung steht, sondern durch einen von Sourcefabric verwalteten Cloud-Dienst vertrieben wird. In einem Statement aus dem letzten Sommer wurden hauptsächlich fehlende Ressourcen angegeben, die zum Aktualisieren der freien AirTime-Version nötig wären. Als Alternative wurde angeregt, dies entweder mit einer Kickstarter-Kampagne zu finanzieren, oder die bestehende Codebasis auf Github zu forken, um sie unter einem neuen Projekt und unter Regie der Community weiterzuentwickeln.

Letzteres geschah dann auch: Nachdem weitere Monate ohne Fortschritte ins Land gingen und nach einem offenen Brief an die Community fanden sich Entwickler, um schon bald erste Fortschritte unter dem Namen LibreTime zu präsentieren. Nicht nur implementierte man neue Funktionen wie etwa den bereits erwähnten Auto-DJ, sondern kümmerte sich auch um jede Menge kleinerer Fehler im Code. Und sollte sich Sourcefabric entschließen, die Entwicklung an AirTime wieder aufzunehmen, ist man seitens LibreTime gern zur Zusammenarbeit bereit.

Die ersten Alpha-Versionen sind bereits verfügbar, sollten wohl jedoch besser noch nicht in den Produktiveinsatz geschickt werden. Auch wenn ich den Fork selbst noch nicht getestet habe, mach der Entwicklungsstand schon jetzt einen vielversprechenden Eindruck.

MPC-HC: Entwicklung des Allround-Medienspielers wird eingestellt

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Der nächste Mediaplayer für Windows steht vor dem Aus: Nachdem bereits das populäre Winamp nur noch inoffiziell mit Patches und Plugins am Leben erhalten wird, und eine neue Hauptversion wohl ewig auf sich warten lässt, hat nun auch der Hauptentwickler des MPC-HC-Projektes mit Freigabe der Version 1.7.13 das vorläufige Ende des Allround-Mediaplayers bekanntgegeben. Hauptgrund hierfür ist die schwindende Zahl an Entwicklern, die zum Schluss gegen 0 ging.

Wirklich alles vorbei?

Der "Media Player Classic - Home Cinema" beendet damit seine 11-jährige Entwicklungsgeschichte. Allerdings liegen die Ursprünge des Players noch weiter zurück, da bereits MPC-HC eine Weiterentwicklung ist und auf dem "Media Player Classic" basiert, der 2006 offiziell eingestellt wurde und sich wiederum als quelloffener Nachbau des aus Windows 98 bekannten Mediaplayers präsentiert hatte. Da folglich auch der Quellcode von MPC-HC frei verfügbar ist, sollte einer Weiterentwicklung theoretisch nichts im Wege stehen. Eine Abspaltung, die unter dem Namen "Media Player Classic - Black Edition" auf SourceForge heruntergeladen werden kann, existiert seit 2012 und wird seither mit Fehlerbehebungen und neuen Funktionen ausgestattet.

Ob es tatsächlich noch einmal eine Fortführung oder Abspaltung des Players geben wird, ist angesichts der momentanen Entwicklungen im Medienkonsum jedoch fraglich. Die schwindende Zahl an Entwicklern könnte ein Indiz dafür sein, dass Streaming von Videos und Musik wichtiger geworden sind als das Verwalten und Abspielen lokaler Medienbestände. Ich persönlich habe MPC-HC sehr gern genutzt, auch um einige Dateiformate abzuspielen, die längst musealen Wert haben dürften. Natürlich wird der Player auch weiterhin funktionieren, denn ein Ende der Entwicklung bedeutet ja nicht gleich das Ende jeglicher Betriebssystem-Unterstützung. Bedauerlich ist es trotzdem.

Als ähnlich schlanke Alternative gäbe es jetzt noch den MPlayer, dessen aktuellste Abspaltung MPV auch für Windows verfügbar ist, jedoch das Herunterladen eines weiteren Tools erfordert, möchte man den Player über ein GUI bedienen.

MHWaveEdit: Aufnahmezeit stimmt nicht mit Aufnahmezähler überein

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Auf der Suche nach einem einfachen, stabil laufenden Linux-Tool zur Audioaufzeichnung bin ich bei MHWaveEdit hängen geblieben. Vor allem die Möglichkeit, das Aufnahme-Fenster mit seinen Kontrollen vom Rest des Programms zu lösen gefiel mir. Auch die Steuerung per Tastenkombinationen ist sehr gut. Leider gab es zunächst ein gravierendes Problem, welches mich beinahe schon dazu gebracht hätte, das Tool wieder vom System zu entfernen.

Nachdem man mittels F12 das Aufnahmefenster aktiviert und eine neue Aufnahme gestartet hatte, zeigte der Aufnahmezähler wie erwartet die vergangene Zeit an. Allerdings stimmte nach Abschluss der Aufnahme die abgelaufene Zeit nicht mit dem überein, was tatsächlich in der Aufnahme zu hören war. Die Audio-Datei war zwar exakt so lang, wie es der Aufnahmestatus angezeigt hatte, doch die eigentliche Aufnahme begann schon etliche Sekunden früher, und auch das Ende lag an einer viel früheren Stelle. Alles machte den Eindruck, als hätte MHWaveEdit eine Art Vorab-Puffer vor der eigentlichen Aufnahme gestartet, der aber nicht wirklich zuverlässig funktionierte. Mal waren es wenige Sekunden, mal bis zu 10 Sekunden. Eine Möglichkeit, den Puffer zu konfigurieren, fand ich jedoch nicht.

Die Lösung fand sich schließlich in den Programm-Einstellungen auf der Registerkarte Musik. MHWaveEdit hat eine direkte Pulseaudio-Anbindung, erlaubt aber auch die Nutzung anderer Sound-Treiber. Hierzu muss die automatische Treiber-Erkennung ausgeschaltet werden, danach lässt sich aus einer Liste der gewünschte Treiber wählen. Aus einer Vermutung heraus wählte ich hier Alsa, und trug in den Alsa-Einstellungen als Aufnahme- und Wiedergabegerät "pulse" ein. Prompt funktionierte nach einem Neustart des Programms die Aufnahme vollkommen zuverlässig, und ich darf mich über einen netten kleinen Audio-Editor freuen, der um Längen stabiler und komfortabler zu nutzen ist als Audacity.

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