Robbinaer

Das Technikblog aus dem Robbenradio

Zapp: Alle Fernsehsender unter einem Hut

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Hinter dem schlichten Namen Zapp verbirgt sich eine Android-App, welche Live-Streams und Mediatheken deutscher öffentlich-rechtlicher Fernsehsender in einer sehr einfach gehaltenen Oberfläche vereint. Die Streams von ARD und ZDF sind ebenso zu empfangen wie jene der dritten Programme in sämtlichen Regionalversionen, den Spartenkanälen wie ZDFInfo sowie die deutsche Welle und das Parlamentsfernsehen. Alle Sender sind in einer übersichtlichen Liste aufgeführt und lassen sich durch Tippen auf den Sendernamen starten. Sogar die gerade laufende Sendung wird als Zusatzinformation in der Liste angezeigt.

Der Mediathek-Tab enthält einen nach Erscheinungsdatum absteigend sortierten Gesamt-Feed aller öffentlich-rechtlichen Mediatheken. Hier finden sich nicht nur Beiträge deutscher Sender, sondern auch die des ORF und SRF. Eine Sortierung oder Filterung nach Sender ist zwar nicht möglich, über die Suchfunktion kann aber ein Sendername als Stichwort zur Filterung des Feeds eingegeben werden. Für blinde Nutzer lässt sich so zum Beispiel durch Eingabe des Suchbegriffes "Hörfassung" die Liste auf alle Beiträge mit Audiodeskription begrenzen. Beim Antippen eines Beitrags startet dieser nicht sofort, es wird zuvor noch eine Informationsseite angezeigt, welche die Möglichkeit zum Teilen, Streamen und sogar Herunterladen des Beitrags anbietet.

Die App ist hervorragend mit Google TalkBack zu bedienen. Beim Anschauen eines Videos wird der Vollbildmodus aktiviert, wodurch auch sämtliche Bildschirm-Tasten ausgeblendet werden. Durch einen Doppeltipp auf den Bildschirm lassen sie sich jedoch kurzzeitig wieder einblenden und das laufende Video lässt sich unterbrechen. Schön wäre die Möglichkeit, Video-Streams auch bei gesperrtem Bildschirm weiterlaufen zu lassen, wenn man ohnehin nur auf den Ton Wert legt.

Zapp ist derzeit nicht via Google Play erhältlich und kann nur auf F-Droid.org als installierbare APK-Datei oder über den F-Droid-Client heruntergeladen werden.

List MY Apps

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"Welche Apps hast du eigentlich so auf deinem Smartphone installiert?"
Je nach Nutzungsumfang des Gerätes kann die Beantwortung dieser Frage schon mal einige Minuten Zeit in Anspruch nehmen. Damit diese Zeit aber nicht man selbst, sondern zu einem großen Teil der Fragesteller opfern muss, gibt es auch für solche Fälle Apps, um schnell mit Freunden eine Liste seiner installierten Apps zu teilen.

Die quelloffene Android-App List My Apps von Onyxbits wurde für genau diese Aufgabe geschaffen. Sie erstellt eine Liste der auf dem Gerät installierten Apps, und das sogar in den verschiedensten Ausgabeformaten. Egal ob als einfache Textdatei, HTML- und Markdown-Ausgabe mit klickbaren Playstore-Links, oder auf Wunsch sogar in eigenen Formatvorlagen. Die so erstellte Liste lässt sich in die Zwischenablage kopieren, kann jedoch auch direkt mit anderen Apps wie etwa WhatsApp, Dropbox oder als Notiz geteilt werden. Es ist auch möglich, die Apps mit Tags und Bemerkungen zu versehen, um sie z. B. mit Freunden zu teilen, die gern eine übersichtliche Beschreibung zu jeder App haben möchten, bevor sie in den Playstore klicken. Durch die Tags lassen sich umfangreiche App-Listen kategorisieren, beispielsweise nach Einsatzgebiet, Quelloffenheit oder - wie in meinem Fall - nach herausragender Talkback-Zugänglichkeit der Oberfläche. Dabei werden nur solche Apps aufgelistet, die über den Store oder direkt als APK installiert wurden. System-Apps, darunter auch die meisten Google-Dienste, werden sinnvollerweise ausgeklammert.

List My Apps ist beim Programmierer als APK-Datei, via Google Play sowie bei F-Droid erhältlich.

Blindo - accessibility ratings

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Stößt man als blinder Nutzer unter Android auf eine App, deren Schaltflächen für die Nutzung mittels TalkBack unbeschriftet sind, lassen diese sich in vielen Fällen über das lokale Kontextmenü manuell mit Labels versehen. Dies setzt natürlich voraus, dass man die Funktion der Schaltflächen vorher selbst oder mit sehender Hilfe ergründet hat. Um nach einer Neuinstallation oder Wechsel des Android-Gerätes die Schaltflächen nicht jedes Mal von vorn beschriften zu müssen, können die Labels in den TalkBack-Einstellungen auch exportiert werden.

Die Android-App Blindo - accessibility ratings macht sich diese Funktion zu Nutze, und stellt für blinde Anwender eine Community bereit, welche den Austausch dieser Label-Beschriftungen erlaubt. Nach Download der derzeit nur englischsprachigen App durchläuft man ein kurzes Nutzungs-Tutorial, und meldet sich mit seinem Google-Konto an. Anschließend erhält man nicht nur die Möglichkeit, für seine installierten Apps - falls verfügbar - Labels herunter- und hochzuladen, sondern kann auch Bewertungen (Ratings) für Apps abgeben. Diese beziehen sich speziell auf die Zugänglichkeit. Bewertet wird auf einer Sterne-Skala von 1 bis 5, getrennt nach Kategorien wie Interface-Zugänglichkeit, Button-Labeling, App-Performance oder Kompatibilität mit TalkBack und ShinePLUS. Hierbei ist aber etwas problematisch, dass ein Rating nur vollständig abgegeben werden kann, d. h. eine Bewertung mit 0 Sternen, weil man z. B. den ShinePlus-Bildschirmleser nicht installiert hat, ist leider nicht möglich.

Es bleibt abzuwarten, ob sich Blindo auch bei deutschsprachigen Nutzern größerer Beliebtheit erfreuen wird. Label-Pakete sind nämlich bisher überwiegend in Spanisch, Portugisisch oder Englisch verfügbar. Die App ist derzeit kostenlos und enthält einige wenige Werbeeinblendungen. Laut PlayStore sind InAPP-Käufe möglich, diese werden jedoch derzeit nirgendwo in der App beworben. Der Erwerb einer Pro-Lizenz zum Abschalten der Werbung wäre damit aber denkbar.

Open-Source auf dem Smartphone

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Mein Einstieg in die Smartphone-Welt ist noch recht jung. Nachdem ich zunächst zum Testen ein Medion-Tablet genutzt habe, bin ich seit letztem Sommer Besitzer eines Lenovo Moto G4 Plus, das mir als Allround-Kommunikationszentrale sehr gute Dienste leistet, auch wenn ich viele andere Aufgaben dann doch lieber weiterhin am Computer erledige. Nicht zuletzt durch die jüngsten Weiterentwicklungen der Zugänglichkeitsoptionen von Android ist dieses System auch für blinde und sehbehinderte Nutzer zu einer ernstzunehmenden Alternative zum bisherigen Platzhirschen iOS geworden. Viele aus iOS bekannte Apps gibt es auch in einer Android-Version bzw. haben unter Android entsprechende Alternativen von anderen Entwicklern.

Da ich ein Fan von Open-Source-Software bin, habe ich natürlich auch auf meiner ersten Mobil-Plattform Ausschau nach entsprechenden Apps gehalten. Eine meiner ersten Handlungen war es, den F-Droid-Client nachzuinstallieren. Hierbei handelt es sich um einen alternativen Store, welcher sich auf quelloffene Android-Apps spezialisiert hat. Viele der im Playstore verfügbaren Apps finden sich auch dort, und lassen sich auf diese Weise an Googles Infrastruktur vorbei installieren. Dabei kommt die Sicherheit jedoch nicht zu kurz, verspricht zum Teil sogar besseren Schutz als der Playstore. Der Aufbau des F-Droid-Systems orientiert sich daher auch an Paketverwaltungen, wie man sie von Debian kennt. Auch für den Nutzer bietet F-Droid einige Zusatzinformationen, die man im Playstore wohl nicht erhalten würde. Neben der üblichen Information, ob eine App Werbung enthält, wird unter anderem sogar darauf hingewiesen, wenn eine quelloffene App nicht-quelloffene Dienste bewirbt oder den Nutzer standardmäßig trackt. Derartige Features werden bei F-Droid allgemein als Anti-Features zusammengefasst.

Und was ist mit Open-Source auf dem Smartphone eigentlich so möglich?

Hier ist eine Liste der quelloffenen Apps, die derzeit auf meinem Telefon installiert sind. Nicht alle sind via F-Droid erhältlich, sind aber trotzdem quelloffen. Sämtliche Apps sind gut bis sehr gut mit TalkBack zugänglich. Einige Apps werde ich hier im Blog auch noch detailierter vorstellen.

  • Amaze File Manager: Verwaltung von lokalen Dateien, unterstützt jedoch auch Samba-Shares.
  • AndStatus: Microblogging-Client, der neben Twitter auch GNU-Social-Konten verwalten kann.
  • AntennaPod: Weithin bekannter Podcatcher.
  • Barcode Scanner: Erkennt verschiedene Barcode-Typen und QR-Codes, kann auch QR-Codes erstellen.
  • Conversations: Vielseitiger XMPP-Client (Jabber etc). Via F-Droid ist Conversations kostenlos erhältlich.
  • Cool Mic: Icecast-Client, welcher das Mikrofonsignal oder eine via OTG-Kabel angeschlossene Soundquelle in den Audioformaten Ogg und Opus streamt.
  • Firefox: Diesen Browser gibts natürlich auch für Android.
  • K-9 Mail: Ein vielseitiger E-Mail-Client.
  • Omni Notes: Einfache Notiz-App, unterstützt neben Notizen auch ToDo-Listen und Erinnerungen.
  • Open Camera: Sehr detailreich konfigurierbare Kamera-App (ja, auch Blinde brauchen manchmal sowas).
  • VLC for Android: Der bekannte Mediaplayer als Android-Version.

Bestimmt wird diese Liste noch etwas wachsen. Natürlich spielt für mich die Screenreader-Zugänglichkeit beim Aussuchen einer App eine wesentliche Rolle. Doch gerade bei Open-Source-Software werden derartige Dinge gern aufgegriffen und etwaige Probleme oftmals schnell behoben. So ließen sich z. B. in AndStatus mittels TalkBack die in einem Tweet angegebenen Links nicht korrekt öffnen. Es kostete mich jedoch nur wenige Zeilen Text, um dem Entwickler via GitHub-Issue mein Anliegen zu schildern, wenige Wochen später gab es eine neue Version, in der das Problem mit einem zwar immer noch nicht ganz perfekten, aber immerhin funktionierenden Workaround behoben war. Man muss also kein Programmierer sein, um an Open-Source-Projekten mitzuwirken.

Google TalkBack: Ansage der Anrufer-ID konfigurieren

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Bis zur Version 4.4 bot der Screenreader Google TalkBack die Möglichkeit, Telefonnummer bzw. Kontaktname eines Anrufers vorlesen zu lassen. Ab TalkBack Version 5 verschwand diese Option allerdings aus den Einstellungen, was bei einigen Nutzern offensichtlich für Verwirrung sorgt. Da ich auf meinem Smartphone kaum Anrufe empfange, ist mir die fehlende Ansage der Anrufer-ID zunächst gar nicht aufgefallen. Tatsächlich scheint es so zu sein, dass es keine Option zur Ansage der Anrufer-ID mehr gibt - weder in den TalkBack-Einstellungen, noch in den allgemeinen Zugänglichkeits-Einstellungen oder gar auf der Seite "Ton und Benachrichtigungen".

Des Rätsels Lösung ist am Ende zwar logisch, aber fand sich erst nach einigem Herumsuchen. Grund für den Wegfall der Option sind die ab Android 6 (Marshmallow) verwendeten App-Berechtigungen. Sofern eine App das neue Berechtigungssystem unterstützt, kann für sie jedes angeforderte Zugriffsrecht individuell konfiguriert werden. Hierzu tippt man auf Apps -> Einstellung -> Apps (auf Samsung-Geräten eventuell etwas anders), und wählt die gewünschte App aus, also in diesem Fall TalkBack antippen. Auf der App-Infoseite den Menüpunkt Berechtigungen antippen, der standardmäßig den Wert "Keine Berechtigungen gewährt" anzeigen sollte. TalkBack kann hier der Zugriff auf das Telefon erlaubt werden, was dann auch die Ansage des Anrufers wieder möglich macht.

Nutzer älterer Android-Versionen dürften hier allerdings im Nachteil sein, da sich bis Android 5.1 (Lollipop) die Berechtigungen nicht so individuell konfigurieren lassen. Leider fehlt mir ein Testgerät, um die dortigen Einstellungsmöglichkeiten nachzuprüfen.

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