Robbinaer

Das Technikblog aus dem Robbenradio

Software-Empfehlungen und Reviews

Radio-Automation LibreTime: Weiterentwicklungen aus der Sourcefabric-Nutzergemeinschaft

Geschrieben von Steffen Schultz 1 Kommentar

Vor einigen Jahren berichtete ich über AirTime, eine Browser-basierte Automationslösung zur Verwaltung von Webradio-Stationen, welche ich seit geraumer Zeit auch für mein freies Radioprojekt einsetze. Leider stellte sich bald heraus, dass die von mir damals angesprochenen Probleme, wie etwa ein fehlender Auto-DJ, nicht in die frei verfügbare Edition integriert werden würden. Stattdessen blieben erweiterte Features der kostenpflichtigen Pro-Variante vorbehalten, welche jedoch nicht zur Installation auf eigenen Servern zur Verfügung steht, sondern durch einen von Sourcefabric verwalteten Cloud-Dienst vertrieben wird. In einem Statement aus dem letzten Sommer wurden hauptsächlich fehlende Ressourcen angegeben, die zum Aktualisieren der freien AirTime-Version nötig wären. Als Alternative wurde angeregt, dies entweder mit einer Kickstarter-Kampagne zu finanzieren, oder die bestehende Codebasis auf Github zu forken, um sie unter einem neuen Projekt und unter Regie der Community weiterzuentwickeln.

Letzteres geschah dann auch: Nachdem weitere Monate ohne Fortschritte ins Land gingen und nach einem offenen Brief an die Community fanden sich Entwickler, um schon bald erste Fortschritte unter dem Namen LibreTime zu präsentieren. Nicht nur implementierte man neue Funktionen wie etwa den bereits erwähnten Auto-DJ, sondern kümmerte sich auch um jede Menge kleinerer Fehler im Code. Und sollte sich Sourcefabric entschließen, die Entwicklung an AirTime wieder aufzunehmen, ist man seitens LibreTime gern zur Zusammenarbeit bereit.

Die ersten Alpha-Versionen sind bereits verfügbar, sollten wohl jedoch besser noch nicht in den Produktiveinsatz geschickt werden. Auch wenn ich den Fork selbst noch nicht getestet habe, mach der Entwicklungsstand schon jetzt einen vielversprechenden Eindruck.

Screen-Reader-Zugänglichkeit des Nischenbrowsers Vivaldi

Geschrieben von Steffen Schultz 2 Kommentare

Im Jahr 2013 entschlossen sich die Entwickler des Opera-Browsers zu grundlegenden Änderungen. Nicht nur wechselte man von der eigenen, Presto genannten Browser-Engine zur Webkit-Abspaltung Blink, der Browser wurde auch einer Vielzahl von Funktionen beraubt, und die Nutzer-Community "My Opera" abgeschaltet. Dies legte den Grundstein für Vivaldi, einen Browser, welcher die durch Opera hinterlassene Nische ausfüllen sollte. Die ersten Versionen erschienen im Jahr 2015, mittlerweile gilt Vivaldi als stabil und ist für die gängigen Desktop-Systeme verfügbar. Da er das Rad nicht gänzlich neu erfindet, und z. B. auch ohne Anpassungen auf Chrome-Erweiterungen zugreifen kann, dürfte er inzwischen eine interessante Alternative für diejenigen geworden sein, denen Chrome und der neue Opera zu wenig Funktionalität bieten.

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Dotclear 2.12 mit dunklen Wolken am Horizont

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Gestern wurde Version 2.12 der Blogging-Engine Dotclear freigegeben. Es handelt sich um ein Bugfix-Release, welches keine neuen Funktionen beinhaltet. Wichtiger ist daher auch die Ankündigung zur Zukunft von Dotclear, die leider nichts Positives erahnen lässt.

Die Zahl an Entwicklern ist in den letzten Monaten stark zurückgegangen, sodass Franck Paul die meiste Arbeit am Kernsystem mittlerweile allein erledigen muss. Daraus ergeben sich Konsequenzen, welche das Entwickeln relativ umfangreicher Features für Dotclear ausschließen, darunter eine bereits geplante REST-API, für die sich jedoch ein Drittanbieter-Plugin in Entwicklung befindet, und die Integration der Twig-Templating-Engine. Die Entwicklung der nächsten Versionen wird sich daher auf Kleinigkeiten wie eine robustere Passwort-Verwaltung oder UTF8-MB4-Unterstützung für MySQL beschränken.

In einer abschließenden Notiz schreibt Franck: "Erstens ist es überhaupt nicht lustig, ein solches Projekt allein zu entwickeln, und zweitens ist das Fehlen notwendiger Code-Reviews meinem Verständnis nach gefährlich." Auch wenn Dotclear damit zwar noch längst nicht gestorben ist, sind dies keine guten Nachrichten für die Blogging-Engine, deren Grundfunktionen durchaus mit denen der "Großen" mithalten können

MPC-HC: Entwicklung des Allround-Medienspielers wird eingestellt

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Der nächste Mediaplayer für Windows steht vor dem Aus: Nachdem bereits das populäre Winamp nur noch inoffiziell mit Patches und Plugins am Leben erhalten wird, und eine neue Hauptversion wohl ewig auf sich warten lässt, hat nun auch der Hauptentwickler des MPC-HC-Projektes mit Freigabe der Version 1.7.13 das vorläufige Ende des Allround-Mediaplayers bekanntgegeben. Hauptgrund hierfür ist die schwindende Zahl an Entwicklern, die zum Schluss gegen 0 ging.

Wirklich alles vorbei?

Der "Media Player Classic - Home Cinema" beendet damit seine 11-jährige Entwicklungsgeschichte. Allerdings liegen die Ursprünge des Players noch weiter zurück, da bereits MPC-HC eine Weiterentwicklung ist und auf dem "Media Player Classic" basiert, der 2006 offiziell eingestellt wurde und sich wiederum als quelloffener Nachbau des aus Windows 98 bekannten Mediaplayers präsentiert hatte. Da folglich auch der Quellcode von MPC-HC frei verfügbar ist, sollte einer Weiterentwicklung theoretisch nichts im Wege stehen. Eine Abspaltung, die unter dem Namen "Media Player Classic - Black Edition" auf SourceForge heruntergeladen werden kann, existiert seit 2012 und wird seither mit Fehlerbehebungen und neuen Funktionen ausgestattet.

Ob es tatsächlich noch einmal eine Fortführung oder Abspaltung des Players geben wird, ist angesichts der momentanen Entwicklungen im Medienkonsum jedoch fraglich. Die schwindende Zahl an Entwicklern könnte ein Indiz dafür sein, dass Streaming von Videos und Musik wichtiger geworden sind als das Verwalten und Abspielen lokaler Medienbestände. Ich persönlich habe MPC-HC sehr gern genutzt, auch um einige Dateiformate abzuspielen, die längst musealen Wert haben dürften. Natürlich wird der Player auch weiterhin funktionieren, denn ein Ende der Entwicklung bedeutet ja nicht gleich das Ende jeglicher Betriebssystem-Unterstützung. Bedauerlich ist es trotzdem.

Als ähnlich schlanke Alternative gäbe es jetzt noch den MPlayer, dessen aktuellste Abspaltung MPV auch für Windows verfügbar ist, jedoch das Herunterladen eines weiteren Tools erfordert, möchte man den Player über ein GUI bedienen.

List MY Apps

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

"Welche Apps hast du eigentlich so auf deinem Smartphone installiert?"
Je nach Nutzungsumfang des Gerätes kann die Beantwortung dieser Frage schon mal einige Minuten Zeit in Anspruch nehmen. Damit diese Zeit aber nicht man selbst, sondern zu einem großen Teil der Fragesteller opfern muss, gibt es auch für solche Fälle Apps, um schnell mit Freunden eine Liste seiner installierten Apps zu teilen.

Die quelloffene Android-App List My Apps von Onyxbits wurde für genau diese Aufgabe geschaffen. Sie erstellt eine Liste der auf dem Gerät installierten Apps, und das sogar in den verschiedensten Ausgabeformaten. Egal ob als einfache Textdatei, HTML- und Markdown-Ausgabe mit klickbaren Playstore-Links, oder auf Wunsch sogar in eigenen Formatvorlagen. Die so erstellte Liste lässt sich in die Zwischenablage kopieren, kann jedoch auch direkt mit anderen Apps wie etwa WhatsApp, Dropbox oder als Notiz geteilt werden. Es ist auch möglich, die Apps mit Tags und Bemerkungen zu versehen, um sie z. B. mit Freunden zu teilen, die gern eine übersichtliche Beschreibung zu jeder App haben möchten, bevor sie in den Playstore klicken. Durch die Tags lassen sich umfangreiche App-Listen kategorisieren, beispielsweise nach Einsatzgebiet, Quelloffenheit oder - wie in meinem Fall - nach herausragender Talkback-Zugänglichkeit der Oberfläche. Dabei werden nur solche Apps aufgelistet, die über den Store oder direkt als APK installiert wurden. System-Apps, darunter auch die meisten Google-Dienste, werden sinnvollerweise ausgeklammert.

List My Apps ist beim Programmierer als APK-Datei, via Google Play sowie bei F-Droid erhältlich.

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