Robbinaer

Das Technikblog aus dem Robbenradio

AutoIndex: Mehr als nur ein Verzeichnislister

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Manchmal möchte man sich nicht die Mühe machen, zum Veröffentlichen einiger Dateien eine komplette Webseite anzulegen. Stattdessen gibt es die hochgelobten Wolkenspeicher, mit denen solche Aufgaben ein Kinderspiel sind. Mit Dropbox lassen sich so beispielsweise ganze Ordner mit einem Link freigeben und werden als fertige Verzeichnisauflistung im Browser dargestellt. Wer jedoch einen eigenen Webspace zur Verfügung hat, kann das Veröffentlichen natürlich auch auf die "altmodischere" Weise angehen. Hierzu bieten die gängigen Webserver in der Regel ein sogenanntes Directory-Listing an, sodass hochgeladene Dateien ebenfalls als fertige HTML-Seite im Browser dargestellt werden können. Diese Funktion ist aber nicht zwangsläufig bei jedem Hoster verfügbar. Zum Glück gibt es zahlreiche, teils bessere Nachbauten der Webserver-Listings.

Schon länger nicht mehr weiterentwickelt, aber immer noch ein geniales PHP-Script: AutoIndex.
Das Tool übernimmt in seinen Grundfunktionen die Verzeichnis-Auflistung des Webservers, ohne auf dessen Konfiguration angewiesen zu sein. Lediglich PHP-Unterstützung wird benötigt. Aber AutoIndex ist weit mehr als nur ein Verzeichnislister. Neben der Möglichkeit, MD5-Prüfsummen von Dateien zu berechnen und sogar ganze Ordner als Tar-Archiv herunterzuladen, bringt das Tool ein rudimentäres, aber funktionsfähiges Login-System mit sich, das ohne eine MySQL-Datenbank auskommt. Benutzer lassen sich in verschiedenen Levels anlegen, vom normalen Besucher bis hoch zum Administrator. AutoIndex lässt sich des Weiteren so einrichten, dass Dateien nur angemeldeten Benutzern zum Download angeboten werden. Weitere Extras sind einfache Verwaltungsfunktionen (Dateien löschen, umbenennen und Beschreibungen hinzufügen), ein HTTP-Uploader zum Hochladen neuer Dateien über den Browser oder sogar per Remote-Abfrage einer externen URL, FTP-Zugriff, eine Protokollauswertung (Zugriffs-Logs etc) sowie eine Konfigurationsseite, um benötigte oder nicht benötigte Funktionen des Scripts zu verwalten. Damit ist AutoIndex also nicht nur ein simpler Verzeichnislister, sondern auch ein Datei-Manager und hervorragend dazu geeignet, Dateien mit einer geschlossenen Benutzergruppe zu teilen. Ein Tool, das in dieser Form kein zweites Mal zu finden ist.

Leider wird AutoIndex schon seit 2007 nicht mehr weiterentwickelt, was früher oder später zu Fehlfunktionen führen kann, wenn bestimmte Funktionen mit der Zeit in neueren PHP-Versionen nicht mehr unterstützt werden. Ebenso könnten sich sicherheitstechnische Probleme ergeben, auch wenn eine Recherche bislang nur bereits korrigierte Fehler erbracht hat. Aber bislang funktioniert das Script noch reibungslos und ich kann es gern weiterempfehlen.
URL: http://autoindex.sourceforge.net

Über den Autor

Steffen Schultz, ein lichtloser Gelegenheitsblogger aus dem Norden Brandenburgs. Ich bin auf den Betriebssystemen Windows, Linux und Android unterwegs und berichte u. a. über meine Erfahrungen beim Nutzen von Anwendungen mit Zugangstechnologien für Blinde.

Hinterlasse einen Kommentar

 Angaben merken
Was ist der letzte Buchstabe des Wortes wnhx ?

Kommentare-Feed (RSS) dieses Artikels