StationPlaylist Streamer und RadioCaster: kommerzielle Standalone Audio-Streamer für Windows

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Die Liste brauchbarer Standalone-Audio-Streamer für Windows ist sehr überschaubar. Als populäre Gratis-Lösung sind zwar immer noch diverse Oddcast/Edcast-Forks im Umlauf, deren Weiterentwicklung ist jedoch sehr fraglich. Längst gibt es Protokolle und Features, die nicht mehr unterstützt werden, so etwa Shoutcast2. Dieses Protokoll ist bislang neben dem originalen Shoutcast-Streamer nur noch in kommerziellen Streaming-Automationen enthalten. Doch man muss nicht hunderte Euro ausgeben, um von aktueller Software zu profitieren, denn einige Software-Anbieter stellen ihre Streaming-Clients auch als Standalone-Lösung zur Verfügung.

StationPlaylist.com, Entwickler einer der verbreitetsten Radioautomationslösungen, stellt mit dem StationPlaylist Streamer eine preisgünstigere Standalone-Software zur Verfügung, welche das Eingangssignal einer Soundkarte an beliebige Streaming-Server im Internet senden kann. Der Streamer basierte ursprünglich auf einer angepassten Oddcast-Version, ist mittlerweile jedoch als Eigenentwicklung zu betrachten. Neben Icecast und Shoutcast in Version 1 wird auch das neue Shoutcast2-Protokoll unterstützt, des Weiteren die Verbindung zu Windows-Media-Servern. Winamp-DSP-Plugins erlauben das Einbinden von z. B. Compressor/Limiter-Effekten in den Signalweg. Das Auslesen von Metadaten, also die Infos zum gerade gespielten Song, erfolgt über Fenstertitelklassen, URL oder eine TeXtdatei. Mit $86 ist der Streamer jedoch immer noch verhältnismäßig teuer.

Deutlich preisgünstiger und vielfältiger im Funktionsumfang ist der RadioCaster von djsoft.net. Er bietet ähnliche Features wie StationPlaylist Streamer, geht jedoch in einigen Punkten noch mehr ins Detail. So ist es bei der Wahl der Eingangs-Soundkarte möglich, beim verwendeten Soundsystem zwischen DirectSound, ASIO oder WASAPI zu wählen, sofern die Soundkarte dies unterstützt. Des Weiteren lässt sich RadioCaster auch als Transcoder verwenden, d. h. zum direkten Umwandeln und Weiterverbreiten bestehender Internet-Streams. Neben einem integrierten Equalizer und Compressor/Limiter erlaubt das Tool auch die Einbindung von Winamp- und sogar VST-Effektplugins. Auch der Metadaten-Abruf ist detailreich konfigurierbar und gestattet sogar einige individuelle Einstellungen für jeden Encoder. Ein nettes Zusatz-Feature ist das Statistik-Modul, welches für jeden Stream die Hörerzahlen anzeigt, und man so sein Publikum stets im Blick hat. Einzig an der Screen-Reader-Zugänglichkeit hakt es an einigen Stellen noch etwas, jedoch sind die notwendigsten Funktionen gut zugänglich, und der Rest kann notfalls auch über eine problemlos lesbare Konfigurationsdatei angepasst werden.
RadioCaster ist für umgerechnet knapp €40 zu haben und wird ein Jahr lang mit kostenlosen Updates versorgt, danach ist eine Update-Gebühr fällig. Ob die Lizenz an den Computer gebunden ist oder auch auf mehreren Geräten aktiviert werden kann, entzieht sich momentan meiner Kenntnis. Imho ist der Preis jedoch dem Funktionsumfang völlig angemessen.

Derzeit leistet mir Edcast noch gute Dienste, daher sehe ich noch keine Notwendigkeit, auf ein kommerzielles Produkt umzusteigen. Jedoch ist es gut zu wissen, dass man nicht gleich eine große Radioautomation kaufen muss, um einfach nur ein bisschen Radio zu machen.

Über den Autor

Steffen Schultz, ein lichtloser Gelegenheitsblogger aus dem Norden Brandenburgs. Ich bin auf den Betriebssystemen Windows, Linux und Android unterwegs und berichte u. a. über meine Erfahrungen beim Nutzen von Anwendungen mit Zugangstechnologien für Blinde.

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