Auch für Tastaturnutzer sinnvoll: Virtuelle Desktops unter Windows 10

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Kategorisiert in : Software Schlüsselwörter : A11Y, Tipp, Windows

Für Linux-Nutzer sind sie längst ein alter Hut, seit Windows 10 lassen sie sich nun auch unter Microsofts Betriebssystem nutzen. Virtuelle Desktops bringen Ordnung in das Fensterchaos, wenn selbst ein großer HD-Bildschirm zu klein ist, um noch die Übersicht zu behalten. Doch nicht nur für Bildschirmnutzer können virtuelle Arbeitsoberflächen nützlich sein, auch mit der Tastatur lassen sich auf diese Weise viele Programmfenster bequem organisieren. Ein Praxisbeispiel gefällig?

Bekanntlich stelle ich für meine Radiosendungen die Software selbst zusammen, und nutze keine überteuerten Streaming-Komplettlösungen. Was die Software einerseits zwar sehr preisgünstig macht, kann andererseits jedoch für weniger Nutzungskomfort und einen Wust an Programmen und Programmfenstern sorgen. Musik, Jingles, Werbung, Show-Recorder, Streamer, Browser; für jede Aufgabe muss ein eigenes Programm her, und wenigstens die Hälfte davon bringt ein eigenes Fenster mit. Als Tastaturnutzer gerät man da mal schnell ins Schleudern, wenn zwischen all diesen Programmen während einer Sendung umgeschaltet werden muss. Nutzer des Screen-Readers JAWS konnten sich bislang mit der in den Bildschirmleser integrierten Fensterliste behelfen, um gezielt die richtige Anwendung herauszusuchen. Neuerdings gibt es eine ähnliche Fensterliste aber auch als Windows-Feature. Sie ist mittels der Tastenkombination Windows+TAB erreichbar, und enthält ebenfalls eine Liste aller aktiven Programmfenster. Nicht enthalten sind solche Programme, die ihr Fenster über ein Infobereichssymbol minimiert haben, bzw. überhaupt keine Programmoberfläche mitbringen. Die Liste dieser Anwendungen lässt sich stattdessen wie üblich mit der Tastenkombination Windows+B aufrufen.

Zurück zur Liste der aktiven Anwendungen. Darüber kann die gewünschte Anwendung nämlich nicht nur aufgerufen werden, sondern lässt sich über das Kontextmenü auch beliebig auf dem aktuellen Desktop andocken oder auf einen anderen Desktop verschieben, sofern ein solcher angelegt wurde. Ein Druck auf TAB wechselt zwischen der Anwendungsliste und der Liste der virtuellen Desktops. Die Schaltfläche "Neuer Desktop" erstellt einen weiteren Desktop. Auf diese Weise lassen sich sämtliche geöffneten Programmfenster beliebig gruppieren. Anwendungen, die während einer Live-Sendung nur untergeordnete Bedeutung haben, wie etwa Recorder und Streamer, verschwinden also einfach aus dem Navigationsbereich.
Damit die Fenster tatsächlich bei der Tastaturnavigation verschwunden bleiben, sollten unter Einstellungen -> System -> Multitasking noch einige Werte geprüft werden:

  • In der Taskleiste Fenster anzeigen, die geöffnet sind auf: Nur auf dem aktuell verwendeten Desktop
  • Beim Drücken von ALT+TAB Fenster anzeigen, die geöffnet sind auf: Nur auf dem aktuell verwendeten Desktop

und schon herrscht Ordnung im Fenstergewirr. Mittels ALT+TAB bzw. Windows+TAB tauchen nur noch die Programme des aktuellen Desktops auf. Um schneller auf einen anderen Desktop zu gelangen, drückt man die Tastenkombination STRG+Windows+Pfeil links oder rechts. Danach sind die Programmfenster des zweiten Desktops wieder erreichbar, währenddessen die der anderen Desktops ausgeblendet bleiben.

Über den Autor

Steffen Schultz, ein lichtloser Gelegenheitsblogger aus dem Norden Brandenburgs. Ich bin auf den Betriebssystemen Windows, Linux und Android unterwegs und berichte u. a. über meine Erfahrungen beim Nutzen von Anwendungen mit Zugangstechnologien für Blinde.

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