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TeamTalk 5.3 bringt Facebook-Unterstützung

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Nach einem halben Jahr Entwicklungszeit seit der letzten Version wurden für die Client/Server-basierte Konferenz-Software TeamTalk die ersten Betas der Version 5.3 veröffentlicht. Neben aktualisierten Software-Bibliotheken unter der Haube ist die wichtigste Neuerung die Unterstützung von Facebook-Logins.

Mit Facebook gegen Server-Missbrauch

Der Facebook-Login soll die Anmeldung mit normalen Benutzer-Accounts jedoch nicht ersetzen. Viel mehr ist er als bequemere Alternative gedacht, um nicht für jeden TeamTalk-Server einen eigenen Account nutzen zu müssen. Aber auch zur Eindämmung der vor allem auf öffentlichen Servern auftretenden Störenfriede kann dieser Login-Mechanismus helfen, da er das gezielte Blockieren bestimmter Facebook-Profile erlaubt und den auffälligen Nutzer zumindest theoretisch nachverfolgbar macht.

Um die Anmeldung via Facebook zu ermöglichen, muss der Betreiber eines Servers lediglich die aktuellste Server-Version installiert haben sowie einen neuen Account namens "facebook" anlegen. Gibt ein Client diesen Namen während der Anmeldung ein, öffnet sich im nächsten Schritt eine webbasierte Anmeldeseite, auf welcher sich der Nutzer mit seinen Facebook-Zugangsdaten identifizieren muss. Nach erfolgreicher Anmeldung wird dem Nutzer ein mit dessen Facebook-Profil verknüpfter Benutzername für TeamTalk zugeordnet, welcher sich in den Benutzerinformationen zurückverfolgen lässt.

Verbesserungen für blinde Anwender sowie aktualisierte Codecs und GUI-Bibliotheken

Auch der auf MFC basierende Windows-Client, welcher speziell für blinde Nutzer als Überbleibsel alter TeamTalk-Versionen weitergepflegt wird, erhielt einige Verbesserungen. Die Benutzerkontenverwaltung wurde übersichtlicher gestaltet und enthält jetzt eine Registerkarte, um Einstellungen gegen Missbrauch des Servers vorzunehmen. Des Weiteren kann innerhalb der Raum- und Benutzerliste der Operator-Status mittels der Tastenkombination STRG+G abgefragt werden und wird als Benutzerinformation vorgelesen, Textnachrichten lassen sich aus der Liste der Online-Benutzer heraus senden, und das gleichzeitige Verschieben mehrerer Benutzer zwischen Räumen wurde ermöglicht.

Auch außerhalb der sichtbaren Features hat sich einiges getan: So wurde der für die Audio-Übertragungen verwendete Opus-Codec auf Version 1.2.1, der WebM-Videocodec auf Version 1.6.1 sowie die für die Benutzeroberfläche zuständige Qt-Bibliothek auf Version 5.8 (5.7 für die Linux-Clients) aktualisiert. Durch diese Aktualisierungen ergeben sich jedoch höhere Anforderungen an das verwendete Betriebssystem. Windows XP wird fortan nicht mehr unterstützt, Mac-Anwender benötigen mindestens MacOS 10.9, und die Debian- und Raspbian-Pakete basieren auf Debian 9 (Stretch). Der Linux-Client läuft durch die Aktualisierung auf Qt5 spürbar stabiler, an einigen Stellen leidet jedoch die Zugänglichkeit für den Orca-Bildschirmleser, da die Qt-AT-Spi-Bridge nicht alle GUI-Elemente sauber auslesen kann. Dies wirkt sich nach anfänglichen Tests jedoch hauptsächlich in den Programm-Einstellungen aus.

Wer TeamTalk 5.3 bereits jetzt testen möchte, findet alle Downloads im oben verlinkten News-Posting des Entwicklers. Die mobilen Clients für Android und IOS werden wie üblich erst mit einer gewissen Verzögerung via TestFlight und Playstore-Betatest verfügbar gemacht. Wann die finale Version veröffentlicht wird, dürfte auch vom entstandenen Nutzer-Feedback abhängen.

Über den Autor

Steffen Schultz, ein lichtloser Gelegenheitsblogger aus dem Norden Brandenburgs. Ich bin auf den Betriebssystemen Windows, Linux und Android unterwegs und berichte u. a. über meine Erfahrungen beim Nutzen von Anwendungen mit Zugangstechnologien für Blinde.

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