Robbinaer

Das Technikblog aus dem Robbenradio

WordPress-Tipp: Zugänglichkeitsmodus zum Bearbeiten der Widgets

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Ein Tipp, mit dem ich kürzlich einem blinden WordPress-Nutzer in einer Mailingliste weiterhelfen konnte:
Um in einem WordPress-Theme die sogenannten Widgets, also die verschiedenen Inhaltsbereiche der Seitenleisten zu verschieben, gibt es für Screen-Reader-Nutzer einen Zugänglichkeitsmodus. Diesen aktiviert man im Design-Menü auf der Seite "Widgets" und dort im Aufklapp-Menü "Optionen". Damit lassen sich die Widgets ohne "Drag-and-Drop" der Seitenleiste hinzufügen, konfigurieren und beliebig positionieren.

Eine solche Option gibt es übrigens auch für Dotclear, hier ist sie im Benutzerprofil auf dem Register "Meine Optionen" zu finden. Wird die Option "JavaScript-Werkzeug zum Drag-and-Drop-Ordnen von Einträgen abschalten" aktiviert, lassen sich auch in Dotclear die Widgets der Seitenleiste sehr viel einfacher bearbeiten, sogar noch viel bequemer als bei WordPress.

Universal Streamkick

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Das Stöbern in alten Datenbeständen fördert manchmal Interessantes zu Tage. "Universal Streamkick" ist ein kleines Tool, welches ich vor etwa 4 Jahren für meine Arbeit bei einem Webradio geschrieben und danach im mittlerweile nicht mehr existierenden "Serviceportal Radio" angeboten hatte. Dieses Tool dient dazu, die Verbindung eines Source-Streams eines Shoutcast- oder Icecast-Servers zu unterbrechen. Ich brauchte eine solche Funktion damals, um einen sogenannten Auto-DJ vor dem Beginn einer Live-Sendung zu "kicken", also den Stream für mich als Moderator freizuräumen - heute gibt es natürlich viel bessere Methoden. Das Tool erleichtert diese Aufgabe, sodass man nicht erst umständlich auf eine Webseite gehen muss. Stattdessen genügt es, eine kleine Windows-Anwendung aufzurufen, die dann ohne weitere Rückfrage den Stream freimacht. Der Aufruf lässt sich sogar noch beschleunigen, indem die Anwendung mit einer Tastenkombination versehen wird. Perfekt auch für blinde Nutzer, die beim Webradio ohnehin für jeden Klick weniger dankbar sein dürften.

Zeit also, das Tool mal wieder zur Verfügung zu stellen. Der Download enthält neben der in AutoIt geschriebenen Windows-Anwendung noch ein PHP-Script, welches serverseitig den eigentlichen Kick des Source-Streams übernimmt und nur für den Betreiber oder Webmaster eines Webradios relevant ist. Weitere Informationen sowie eine Installationsanleitung findet sich in der Datei Readme.txt.
Download: Universal Streamkick (.zip, 283 KB)

AutoIndex: Mehr als nur ein Verzeichnislister

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Manchmal möchte man sich nicht die Mühe machen, zum Veröffentlichen einiger Dateien eine komplette Webseite anzulegen. Stattdessen gibt es die hochgelobten Wolkenspeicher, mit denen solche Aufgaben ein Kinderspiel sind. Mit Dropbox lassen sich so beispielsweise ganze Ordner mit einem Link freigeben und werden als fertige Verzeichnisauflistung im Browser dargestellt. Wer jedoch einen eigenen Webspace zur Verfügung hat, kann das Veröffentlichen natürlich auch auf die "altmodischere" Weise angehen. Hierzu bieten die gängigen Webserver in der Regel ein sogenanntes Directory-Listing an, sodass hochgeladene Dateien ebenfalls als fertige HTML-Seite im Browser dargestellt werden können. Diese Funktion ist aber nicht zwangsläufig bei jedem Hoster verfügbar. Zum Glück gibt es zahlreiche, teils bessere Nachbauten der Webserver-Listings.

Schon länger nicht mehr weiterentwickelt, aber immer noch ein geniales PHP-Script: AutoIndex.
Das Tool übernimmt in seinen Grundfunktionen die Verzeichnis-Auflistung des Webservers, ohne auf dessen Konfiguration angewiesen zu sein. Lediglich PHP-Unterstützung wird benötigt. Aber AutoIndex ist weit mehr als nur ein Verzeichnislister. Neben der Möglichkeit, MD5-Prüfsummen von Dateien zu berechnen und sogar ganze Ordner als Tar-Archiv herunterzuladen, bringt das Tool ein rudimentäres, aber funktionsfähiges Login-System mit sich, das ohne eine MySQL-Datenbank auskommt. Benutzer lassen sich in verschiedenen Levels anlegen, vom normalen Besucher bis hoch zum Administrator. AutoIndex lässt sich des Weiteren so einrichten, dass Dateien nur angemeldeten Benutzern zum Download angeboten werden. Weitere Extras sind einfache Verwaltungsfunktionen (Dateien löschen, umbenennen und Beschreibungen hinzufügen), ein HTTP-Uploader zum Hochladen neuer Dateien über den Browser oder sogar per Remote-Abfrage einer externen URL, FTP-Zugriff, eine Protokollauswertung (Zugriffs-Logs etc) sowie eine Konfigurationsseite, um benötigte oder nicht benötigte Funktionen des Scripts zu verwalten. Damit ist AutoIndex also nicht nur ein simpler Verzeichnislister, sondern auch ein Datei-Manager und hervorragend dazu geeignet, Dateien mit einer geschlossenen Benutzergruppe zu teilen. Ein Tool, das in dieser Form kein zweites Mal zu finden ist.

Leider wird AutoIndex schon seit 2007 nicht mehr weiterentwickelt, was früher oder später zu Fehlfunktionen führen kann, wenn bestimmte Funktionen mit der Zeit in neueren PHP-Versionen nicht mehr unterstützt werden. Ebenso könnten sich sicherheitstechnische Probleme ergeben, auch wenn eine Recherche bislang nur bereits korrigierte Fehler erbracht hat. Aber bislang funktioniert das Script noch reibungslos und ich kann es gern weiterempfehlen.
URL: http://autoindex.sourceforge.net

Backslash R, Backslash N

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Windows-Zeilenumbrüche in Unix-Shellscripts führen ziemlich sicher zu Fehlfunktionen. Ehrlich. Sie treiben nur jene Admins in den Wahnsinn, die eine halbe Stunde verzweifelt versuchen, einen angeblichen Syntaxfehler in Scripts anderer Leute zu finden, bevor sie den eigentlichen Fehler aufdecken!
Hausaufgabe: Wenn schon unter Windows gearbeitet wird, installiere man sich doch bitte einen halbwegs brauchbaren Quellcode-Editor. Das wäre so ziemlich alles außer Notepad.exe.

Von WordPress zu Dotclear - mal hypothetisch gesehen

Geschrieben von Steffen Schultz keine Kommentare

Es gibt mal wieder eine neue WordPress-Version, die natürlich noch toller, noch sicherer und noch moppeliger ist als ihre Vorgänger. Wem es ebenso wie mir Bauchweh bereitet, durch das neue, automatische Update-Feature fremden Menschen Zugriff auf den eigenen Webspace zu erlauben, kann entweder auf die eher umständliche Methode zurückgreifen, diese Updates auszuschalten oder wird vielleicht über einen Umstieg auf eine andere Blogsoftware nachdenken, zumal es noch genug andere Gründe gibt, diesem Web-2.0-Moloch den Rücken zu kehren. Vor allem für kleine Blogs gibt es genügend schlankere Alternativen mit ähnlichen Grundfunktionen, wie man an diesem Blog sieht, das auf der Software Dotclear basiert. Also stelle ich mir doch mal ganz hypothetisch die Frage, ob ich mein bestehendes WordPress-Blog auf Dotclear portieren könnte.

Die faule Ausrede: Nein, könnte ich nicht.
Aber wenn ich Zeit und viel Langeweile hätte, wäre ein Umzug durchaus möglich. Es ist aber zu bedenken, dass allein die Speicherung der Blogeinträge und Seiten bei Dotclear etwas anders funktioniert als bei WordPress. Während WordPress offenbar alle Einträge ohne HTML-Zeilenumbrüche in der Datenbank ablegt und diese erst beim Parsen ins Design einfügt, speichert Dotclear schon beim Erstellen eines Beitrags sämtliche Textformatierungen in der Datenbank. Das führt dann unter Umständen dazu, dass nach dem Importieren eines WordPress-Backups erst mal sämtliche Zeilenumbrüche und Absätze kaputt sind. Hier ist dann entweder sehr viel Handarbeit gefragt oder man macht sich die Mühe, schon in den MySQL-Tabellen oder, falls das alternative Import-Plugin für WordPress-Daten verwendet wird, in der XML-Datei die Zeilenumbrüche entsprechend als XHTML umzuwandeln. (Edit: Es gibt offenbar einen Inhaltsfilter beim Wordpress-Import, dessen Zuverlässigkeit habe ich jedoch noch nicht getestet.) Auch die Organisation von Kategorien ist bei Dotclear anders; so ist standardmäßig nur eine Kategorie pro Beitrag erlaubt und man muss stattdessen mit Tags arbeiten, um einen Beitrag unter mehreren Stichworten abzulegen. Ein weiteres Problem sind Blog-interne Links, die sich bei einem Umzug auch ändern können. Wohl dem, der sich für solche Probleme mittels einer .htaccess-Datei weitgehend Abhilfe schaffen kann. Alles in allem ist also sehr viel Nacharbeit erforderlich, damit nach dem Umzug alle bisherigen Einträge wieder korrekt angezeigt werden.
Bequemer dürfte es sein, das alte Blog bestehen zu lassen, ohne dabei aber WordPress als Software-Leiche installiert zu haben. Für diesen Fall gibt es das Kommandozeilen-Werkzeug "Wget", welches das Herunterladen kompletter Webseiten erlaubt, um sie lokal als statische HTML-Seiten zu speichern. Auf diese Weise lässt sich ein komplettes Blog für die Ewigkeit archivieren, ohne dabei auf WordPress angewiesen zu sein. Wie genau dies funktioniert, soll an anderer Stelle beschrieben werden, sofern ich mir die Mühe eines Umzugs tatsächlich machen werde.

Nächstes Problem: Plugins!
Mit 277 verfügbaren Plugins (Stand 26.10.2013) ist die Auswahl bei Dotclear eher übersichtlich. Schaue ich aber mal, welche meiner installierten WordPress-Plugins für Dotclear relevant und verfügbar sind bzw. durch andere Methoden ersetzt werden können.

  • 2 Click Social Media Buttons:
    Dieses Plugin ist nicht für Dotclear verfügbar, man müsste zunächst also zu Lasten des Datenschutzes auf normale Social-Media-Buttons zurückgreifen, sich selbst ein solches Plugin schreiben oder seinen treuen Lesern empfehlen, die Verlinkung von Blogeinträgen doch selbst zu übernehmen, was bei näherer Betrachtung gar nicht so schwer ist. ;)
  • Admin Renamer Extended, Umbenennung des Admin-Accounts in WordPress:
    Ist für Dotclear nicht relevant, da sich der Admin-Benutzername jederzeit ändern lässt bzw. schon bei der Ersteinrichtung keinen Standardwert bekommt.
  • Anti-Spam-Plugins:
    Dotclear ist mit einem Akismet-Plugin sowie diversen Blacklist-Plugins ausgestattet, hier ist die Umstellung also kein Problem. Leider gibt es kein Datenschutz-konformes Anti-Spam-Plugin wie etwa "Antispam Bee".
  • Intypo, korrekte Umwandlung typografischer Zeichen:
    Tatsächlich gibt es auch für Dotclear ein ähnliches Plugin, welches allerdings auf französische Benutzer zugeschnitten ist. Da Dotclear aber die Einträge als reines XHTML speichern kann, lassen sich beispielsweise korrekte Anführungszeichen auch von Hand setzen.
  • Statistik-Plugins:
    Gibt es derzeit nur als Google- oder Piwik-Anbindung, jedoch nichts Übersichtliches, was nur die wichtigsten Dinge über die Besucher des Blogs verrät. Statistik-Freaks und Suchmaschinen-Manipulierer greifen aber wahrscheinlich ohnehin auf ganz andere Kaliber zurück.
  • URL Insert, stellt die Blog-URL als Shortcode bereit:
    Ist in Dotclear nicht notwendig, sofern man nicht mit anderen URL's als in der Form index.php/Beitrag arbeitet. Blog-interne Links lassen sich also auch als relative Pfadangabe setzen und man muss nicht jedes Mal die komplette Beitrags-URL angeben.
  • WPaudio:
    Dieses Plugin stellt einen Audio-Player zur Verfügung, der die Dateien mittels einer gewöhnlichen Verlinkung abspielen kann und damit für Screen-Reader-Nutzer besser zu bedienen ist. Etwas Ähnliches gibt es abgesehen vom integrierten Flash-Player für Dotclear nicht, doch WPaudio lässt sich relativ einfach auch außerhalb von WordPress betreiben.
  • Veröffentlichen bei Twitter:
    Da die verfügbaren Dotclear-Plugins reichlich alt aussehen und mit den neuesten Änderungen in der Twitter-API wahrscheinlich nicht funktionieren dürften, habe ich mir für die Twitter-Anbindung auch schon für dieses Blog ein externes Script gebastelt, welches den RSS-Feed des Blogs ausliest und an Twitter sendet. Trägt man dieses Script als Dienst in das in Dotclear integrierte Ping-Plugin ein, lässt sich schon beim Veröffentlichen eines neuen Beitrags ein Tweet absetzen. Mehr dazu in einem späteren Beitrag.

Es sieht also gar nicht so übel aus, was die Plugins angeht. Auch sonst lässt sich die Funktionalität von WordPress durchaus ersetzen. Nicht alles ist so komfortabel wie bei WordPress, aber zu Gunsten von mehr (relativer) Sicherheit, eines weniger zugemüllten Webspaces und weniger Funktionen, auf die man sowieso verzichten könnte, würde sich ein Umzug theoretisch lohnen. Jedoch würde ich die alten Inhalte niemals importieren, sondern sie als statisches HTML-Archiv belassen und stattdessen das Blog einem echten Relaunch unterziehen. Das alte Blog wäre dann wie ein Foto-Album, das man sich jederzeit anschauen kann und auch für die Suchmaschinen so bleibt, wie es bis zuletzt war.
Aber... ist ja alles erst mal nur hypothetisch gedacht. :)

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